Aktienhandel Frankfurt
Dax kann 8000-Punkte-Marke nicht halten

Ein neuerlicher Kurseinbruch in China hat am Montag die Anleger am deutschen Aktienmarkt zu Gewinnmitnahmen veranlasst. Der Dax fiel um elf Punkte auf 7 976 Zähler. Am Morgen hatte der Leitindex noch in der Spitze mit 8 010 Zählern den höchsten Stand seit März 2000 erreicht. Vielen Börsianern geht der Anstieg zu schnell.

HB FRANKFURT. Als am Vormittag die Anschlusskäufe ausblieben, hätten einige Anleger Kasse gemacht, sagten Händler. Die allerdings nur moderaten Kursverluste zeigten, dass noch reichlich Liquidität in den Markt fließe. „Jeder Rückschlag wird von Anlegern, die den Anstieg verpasst haben, zum Einstieg genutzt“, sagte ein Händler.

Viele Börsianer halten den Markt für überhitzt und wünschen sich eine Korrektur. Allerdings sprechen sie kaum von Übertreibungen. „Die Bewertung stimmt weiterhin“, sagte ein Händler. „Der Anstieg ging nur zu schnell, eine Korrektur ist eigentlich überfällig.“ An der Börse in Schanghai hatte zu Wochenbeginn eine Verkaufspanik den wichtigsten chinesischen Index SSEC um mehr als acht Prozent ins Minus gedrückt. Die Anleger in Europa und an den übrigen großen asiatischen Märkten ignorierten dies allerdings weitgehend. Viele Fondsmanager und Analysten sehen nach den exorbitanten Zuwächsen von fast 200 Prozent in den vergangenen anderthalb Jahren in China noch einigen Spielraum für weiter fallende Kurse.

An die Spitze der Dax-Gewinner setzten sich mit einem Plus von drei Prozent auf 45,81 Euro die Aktien des Stahlkonzerns ThyssenKrupp. „UBS hat das Kursziel auf 52 von 48 Euro hochgenommen“, erklärte ein Händler die Nachfrage nach den ThyssenKrupp-Papieren. Zu den Gewinnern zählten die Aktien von Volkswagen mit einem Kursanstieg von gut einem Prozent auf 115,20 Euro. Nachdem wie geplant kaum jemand das Übernahmeangebot von Porsche für VW wegen des unattraktiven Kaufpreises angenommen hat, kann der Sportwagenbauer seinen Anteil an dem Wolfsburger Autokonzern nun auf fast 50 Prozent aufstocken, ohne sich erneut erklären zu müssen. Den Kursanstieg von Metro um 1,7 Prozent führten Händler auf die bessere Kauflaune der Verbraucher angesichts einer gut laufenden Konjunktur zurück. Beim Vorwochen-Favoriten Eon machten die Anleger hingegen Kasse. Der Kurs des Energieriesen fiel um fast zwei Prozent auf 121,75 Euro. Eon hatten in der vergangenen Woche fast sieben Prozent zugelegt. Nach einer Herabstufung durch die Analysten von JP Morgan zählten die Aktien der Deutschen Bank mit einem Abschlag von gut einem Prozent ebenfalls zu den größeren Verlierern im Dax. Schlusslicht unter den Standardwerten waren TUI mit einem Tagesverlust von fast zwei Prozent.

Auch bei den Nebenwerten gaben die Kurse überwiegend nach. Der MDax rutschte um 0,2 Prozent auf 11 161 Punkte, nachdem er am Morgen zunächst noch ein Rekordhoch von 11 222 Zählern erreicht hatte. Spekulationen über den Einstieg eines Finanzinvestors sorgten für starke Nachfrage nach den Aktien von Heidelberger Druck, die bis zu 10,3 Prozent auf 40,51 Euro nach oben schossen und zum Handelsschuss mit 38,85 Euro noch 5,8 Prozent höher notierten. Den Kursrückgang der Vorzüge von Hugo Boss um 3,2 Prozent auf 44,70 Euro führten Händler auf das Kaufangebot des britischen Finanzinvestors Permira vom Freitag zurück. „Das dürfte etwa einen Euro unter dem aktuellen Kurs liegen“, mutmaßte ein Händler.

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