Aktienhandel Frankfurt
Dax klettert langsam weiter nach oben

Kräftige Kursgewinne bei den Aktien des Dax-Schwergewichts Bayer und der ungebrochene Optimismus vieler Anleger haben dem Dax am Montag weiter Rückenwind gegeben.

HB FRANKFURT. Der Dax lag zum Ende des elektronischen Handels noch 0,15 Prozent höher bei 7 619,31 Punkten, nachdem er zuvor bei 7 644,44 Zählern den höchsten Stand seit rund sieben Jahren erreicht hatte. "Die Stimmung ist weiterhin in Ordnung", sagte ein Händler. Ein anderer Börsianer meinte, die Rally könne sogar bis 7 800 Punkte weitergehen. Fondsmanager Boris Boehm von Nordinvest riet dagegen zur Vorsicht. "Ich finde es recht ambitioniert, wo wir uns gerade befinden", urteilte er. "Man sollte alarmiert sein, aber nicht pessimistisch." Einige Analysten verwiesen auf den bei 70 Dollar je Barrel pendelnden Ölpreis. Dieser sei ein Risikofaktor für die Märkte. "Aber zur Stunde interessieren sich noch die wenigsten dafür", sagte ein Händler.

Zeitweise zu den größten Dax-Gewinnern zählten die Aktien von Siemens mit einem Tageshöchstkurs von glatten 95 Euro. Sie beendeten den Handel bei einem Stand von 92,20 Euro - ein Minus von 0,37 Prozent. Nach wochenlanger Suche hatte der Aufsichtsrat des Elektronikriesen am Sonntag Peter Löscher zum Vorstandschef berufen. "Der Markt ist erleichtert, dass ein neuer Vorstand für Siemens gefunden ist", sagte ein Händler. Börsianer zeigten sich allerdings zugleich auch überrascht, weil den meisten Löscher, der seit 2006 im Vorstand des US-Pharmakonzerns Merck sitzt, kein Begriff war. "Ich kenne ihn nicht. Das dürfte das Hauptproblem vieler Leute sein, die sich mit Siemens beschäftigen", sagte Analyst Jochen Klusmann von der BHF-Bank. "Ich finde es gut, dass es jemand von außen ist, dass er relativ jung ist und auch einen angelsächsischen Hintergrund hat."

Ein Porträt des 49-jährigen von Peter Löscher finden Sie hier.

Die Gewinnerliste bei den Standardwerten führten mit weitem Abstand Papiere von Dax-Schwergewicht Bayer mit einem Aufschlag von 3,95 Prozent auf 53,22 Euro an. Händlern zufolge hat UBS das Kursziel für die Papiere des Pharma- und Chemiekonzerns auf 66 von 63 Euro angehoben. "Das hilft den Aktien", sagte ein Börsianer. "Außerdem sieht es bei Bayer fundamental im Moment gut aus. Viele eher konservative Anleger steigen da jetzt ein, weil sie noch Potenzial sehen."

Nach oben ging es auch für die Papiere der Commerzbank, die um ein Prozent auf 36,38 Euro anzogen. "Nachdem die Fusion von Unicredit und Capitalia in Italien jetzt durch ist, sind die deutschen Banken im Zugzwang und werden mal wieder als Übernahmeziele gehandelt", sagte ein Händler an der Stuttgarter Börse.

Im Nebenwerteindex MDax legten die Aktien von Hochtief zwischenzeitlich bis auf 90,74 Euro zu und waren damit so teuer wie noch nie. Der russische Geschäftsmannes Oleg Deripaska hat seine Beteiligung an dem deutschen Baukonzern auf 9,99 Prozent ausgebaut. In den vergangenen Tagen hatte die Hochtief-Aktie knapp 15 Prozent zugelegt. Einen Teil ihrer jüngsten Kursgewinne büßten dagegen die Papiere von Hugo Boss ein, sie verloren 2,81 Prozent auf 46,76 Euro. Die Aktien des Modekonzerns hatten in den vergangenen Tagen von Übernahmegerüchten profitiert.

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