Aktienhandel Frankfurt
Dax nähert sich 7 000-Punkte-Marke

Angetrieben von Fusionsfantasien im Bankensektor hat der Dax am Freitag Kurs auf 7 000 Punkte genommen.

HB FRANKFURT. Auslöser für die Übernahmespekulationen war ein Reuters-Interview mit der Deutschland-Chefin der Citibank. Sue Harnett hatte darin unter anderem gesagt: „Wir sind eine große Bank, wir haben eine Menge Geld. Es gibt einige Sachen, die ich in Deutschland liebend gerne hätte.“

Zusätzlichen Schub erhielt der deutsche Leitindex von überraschend starken US-Konjunkturdaten. Die Furcht der Anleger vor einer Eskalation der Iran-Krise verhinderte allerdings größere Kursgewinne. Der Dax beendete die Börsenwoche 0,3 Prozent im Plus bei 6 917,03 Punkten. „Offenbar wollen einige Anleger vor dem Quartalsende noch schnell in den Markt einsteigen“, sagte ein Händler.



Börsianer warnten allerdings, die Trend könne sich sehr schnell umkehren. „Die politische Lage hat sich in den vergangenen Tagen nicht verbessert und die jüngsten US-Konjunkturdaten sind bestenfalls gemischt“, betonte einer von ihnen.

Der Konjunkturindex der Einkaufsmanager aus dem Großraum Chicago legte im März auf 61,7 von 47,9 Zählern im Vormonat zu. Experten hatten nur mit einem Anstieg auf 49,2 Stellen gerechnet. „Die heutigen Zahlen sind Wasser auf die Mühlen derjenigen, die auf ein anhaltend robustes US-Wachstum hoffen“, sagte ein Händler.

Iran hält seit einer Woche 15 britische Marineangehörige fest, denen es die Verletzung seines Hoheitsgebietes vorwirft. Die Furcht der Anleger vor einer Eskalation des Streits trieb den Ölpreis in Richtung der 70 Dollar je Barrel (159 Liter).

Die Aktien der Commerzbank gehörten mit einem Plus von 2,2 Prozent auf 33,12 Euro zu den Favoriten im Dax. Die Titel der Postbank verteuerten sich ebenfalls um 2,2 Prozent auf 65,27 Euro und die der Deutschen Bank um 0,8 Prozent auf 100,84 Euro. „Sue Harnett hat die Konsolidierungsfantasie in der Branche, die zuletzt abgeebbt waren, wieder angefacht“, kommentierte ein Händler die Aussagen der Citibank-Deutschland-Chefin.

Das Schlusslicht bildete dagegen Volkswagen. Die Aktien des Wolfsburger Konzerns verloren ein Prozent auf 112,50 Euro. Am Vortag hatten sie knapp drei Prozent zugelegt.

Im Kleinwerte-Index SDax sorgten die Aktien von Medion mit einem Kurssprung von bis zu 20 Prozent auf 10,75 Euro für Aufsehen. „Die Meinung am Markt zu Medion scheint sich langsam zu drehen. Viele glauben, dass das Schlimmste jetzt vorbei ist“, sagte ein Händler. Die Analysten der Schweizer Großbank Credit Suisse hatten zuvor das Kursziel für die Papiere des Elektronik-Großhändlers auf 12,24 Euro heraufgesetzt. Gefragt waren außerdem die Aktien von Arques, die sich um sechs Prozent auf 18,16 Euro verteuerten. Die Beteiligungsgesellschaft hatte nach einem Rekordgewinn für 2006 eine Anhebung der Dividende angekündigt.

Conergy stellte seinen Eignern eine Ausschüttung von 0,10 Euro je Aktie in Aussicht. Die im Technologie-Index TecDax gelisteten Titel des Solaranlagen-Bauers brachen dennoch um 6,5 Prozent auf 54 Euro ein. Händlern zufolge hatten Anleger auf eine höhere Gewinnbeteiligung gehofft.

Kräftig zulegen konnten dagegen die Anteilsscheine von United Internet. Sie stiegen um 5,8 Prozent auf 14,55 Euro. Der Internetanbieter peilt für 2007 ein weiteres Rekordergebnis an.

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