Aktienhandel Frankfurt Dax nimmt sich auf Weg nach oben Auszeit

Nach den jüngsten Kursgewinnen haben die meisten Dax-Aktien am Montag eine Auszeit genommen. Der Leitindex Dax verlor bis zum Mittag 0,11 Prozent auf 6196 Punkte. Im frühen Handel hatte er nochmit 6223 Zählern den höchsten Stand seit Juni 2001 erreicht. Gestützt von starken Kursgewinnen der Techem-Aktie stieg der MDax mittelgroßer Werte dagegen um 0,59 Prozent auf 8701 Zähler. Der TecDax sank um 0,43 Prozent auf 677 Punkte.

HB FRANKFURT. Kräftige Kurssauschläge gab es vor allem in der zweiten und dritten Reihe. So standen die im Nebenwerteindex MDax gelisteten Aktien des Energiedienstleisters Techem wegen eines Kaufangebotes weit oben in der Gunst der Anleger.

„Der Markt geht jeden Tag ein kleines Stückchen nach oben, aber so richtig Zug für einen größeren Satz kommt nicht rein. Die Gefahr von Gewinnmitnahmen auf diesem hohen Niveau ist ziemlich groß“, sagte ein Händler. Ein anderer Börsianer sagte, die Stimmung am Markt sei zwar nach wie vor gut, aber abgesehen von Ausnahmen wie Techem sei nicht besonders viel los. „Das ist ein ruhiger Start in die Woche.“

Der Blick richtet sich nach Angaben von Händlern im weiteren Verlauf der Woche zunehmend von den US-Quartalszahlen zu den deutschen und europäischen Unternehmen. Am Montag sei es hier aber noch ruhig, mit Ford, Texas Instruments und Amgen stünden einmal mehr die US-Titel im Fokus.

Charttechnisch sind die Chancen am deutschen Aktienmarkt weiter aussichtsreich. „The trend is your friend“, fasste Wieland Staud die Situation zusammen. Auch in den USA seien bislang keine analytischen Umkehrsignale auszumachen. Das Konsolidierungspotenzial reiche im Dax bis zu 6120 Punkten. Nach oben sieht ein anderer Teilnehmer bei 6222 Punkten, dem mittelfristigen Aufwärtstrendkanal, einen nächsten Widerstand. Im Anschluss könnte es rasch bis 6340 Punkte gehen.

Die Strategen von Sal. Oppenheim wiesen jedoch auf die Gefahr von Gewinnmitnahmen hin. „Die Unternehmen müssen starke Zahlen und einen überzeugenden Ausblick vorlegen, um die Aktienkurse weiter nach oben zu treiben“, hieß es.

Die Gewinnerliste im Dax führten die Aktien der Lufthansa mit einem Plus von 1,8 Prozent auf 17,21 Euro an. Den Aufschlag begründete ein Händler mit einem positiven Analystenkommentar der Citigroup. Die Bank habe das Kursziel für die Papiere der Fluggesellschaft auf 20 von 15,80 Euro angehoben. Am Donnerstag stehen zudem Geschäftszahlen an. Die Aktien des Softwarekonzerns SAP erholten sich von ihren jüngsten Kursverlusten und gewannen ein Prozent auf 17,21 Euro.

Aktien der Deutschen Telekom gewannen 0,16 Prozent auf 12,78 Euro und reagierten damit kaum auf Medienberichte über weitere drastische Stellenstreichungen. Die „Bild“-Zeitung hatte am Samstag unter Berufung auf ein internes Vorstandspapier berichtet, zusätzlich zum bereits beschlossenen Abbau von 32 000 Jobs bis 2008 sollten in den folgenden zwei Jahren weitere 23 000 Stellen gestrichen werden. Telekom-Personalvorstand Heinz Klinkhammer wies den Bericht zurück.

Zu den größten Verlierern unter den Standardwerten zählten die Aktien der Automobilkonzerne Daimler-Chrysler und BMW mit einem Minus von jeweils rund einem Prozent.

Von einem Übernahmeangebot der australischen Bank Macquarie profitierten die Aktien von Techem. Sie kletterten um 14 Prozent auf 48,18 Euro. Macquarie bietet den Techem-Aktionären 44 Euro pro Aktie. Eigenen Angaben zufolge hält die Bank bereits 17 Prozent der Anteile des Eschborner Unternehmens. Allerdings stoßen die Australier auf Widerstand des Techem-Managements. „Vor allem die Tatsache, dass das Techem-Management noch nicht mit Macquarie handelseinig ist, hat jetzt Spekulanten auf den Plan gerufen, die sich noch einen Nachschlag erhoffen“, sagte ein Aktienhändler.

Im Kleinwerteindex SDax waren die Titel von Comdirect gefragt. Die Aussicht auf eine Sonderdividende bescherte den Aktien des Onlinebrokers ein Plus von 3,8 Prozent auf 9,32 Euro. Die Zahlen fielen Börsianern zufolge etwas besser als erwartet aus. Auch der bekräftigte Ausblick stimme positiv. Außerdem will Comdirect in den kommenden Jahren stärker wachsen.

Unter Druck gerieten die Aktien von IDS Scheer, die im Technologieindex TecDax gut neun Prozent auf 14,61 Euro verloren. Das Software- und Beratungsunternehmen aus Saarbrücken hat seine Umsatz- und Gewinnprognose für 2006 heruntergeschraubt. Händler zeigten sich enttäuscht von dieser „sehr überraschenden Zielsenkung“. Die Analysten der Landesbank Rheinland-Pfalz reagierten prompt und stuften die Titel auf „Underperformer“ von „Outperformer“ zurück. IDS Scheer dürfte kräftig an Vertrauen eingebüßt haben, begründete Analyst Thomas Hofmann den Schritt.

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