Aktienhandel Frankfurt
Dax rettet 7 400er-Marke ins Wochenende

Noch vor knapp zwei Wochen feierte der Dax ein neues Rekordhoch bei 8151 Zählern. Doch schnell kehrte am deutschen Aktienmarkt Ernüchterung ein. Der Index wechselte in den Rückwärtsgang und durchbrach eine Reihe wichtiger Unterstützungszonen. Auch am Freitag setzte das Börsenbarometer seine Talfahrt fort und Experten schließen weiteres Abwärtspotenzial nicht aus.

HB FRANKFURT/M. Die Pessimisten haben auch am Freitag die Oberhand am deutschen Aktienmarkt behalten. Der Dax setzte unter heftigen Ausschlägen und bei außerordentlich hohen Umsätzen sein Talfahrt fort und schloss 0,76 Prozent tiefer bei 7451,68 Punkten. Dabei schwankte der Leitindex zwischen 7372 und 7535 Zählern.

Händlern zufolge ist der Markt derzeit sehr nervös. Während die Anleger bei niedrigen Kursen auf Schnäppchenjagd gingen, verließe sie bei steigenden Notierungen jedoch schnell wieder der Mut aus Furcht vor weiteren Rückschlägen, sagte ein Börsianer.

Aus technischer Sicht könnte der Fall unter 7 480 Punkte den Dax nun in den Bereich zwischen 7 200 und 7 120 Punkte drücken, so technisch orientierte Marktteilnehmer. Nach oben biete der Bereich um 7 750 Punkte Widerstand.

Börsianer führten wie in den vergangenen Tagen die Furcht der Anleger vor einem Übergreifen der US-Hypothekenkrise auf andere Bereiche wie die Kreditmärkte oder den US-Konsum als Grund für die Aktienverkäufe an. „Es wollen alle zur gleichen Tür hinaus, und da wird's natürlich ein bisschen eng am Ausgang“, kommentierte Händler Dirk Müller von ICF Kursmakler.

In den vergangenen vier Handelstagen hat der Dax mehr als sechs Prozent verloren. Seit seinem Rekordhoch vor zwei Wochen bei 8151 Punkten beträgt der Abschlag inzwischen knapp neun Prozent.

Ein mit 3,4 Prozent etwas stärker als erwartet ausgefallenes US-Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal gab dem deutschen Markt am Nachmittag zeitweise Auftrieb. Zudem versuchte US-Finanzminister Henry Paulson die wegen der Krise am US-Immobilienmarkt verunsicherten Anleger zu beruhigen. Die Risiken des zuletzt in Turbulenzen geratenen Marktes für zweitklassige Hypothekenkredite seien weitgehend unter Kontrolle, sagte Paulson.

Boris Boehm, Fondsmanager bei Nordinvest, sieht trotz der jüngsten Kursverluste den langfristigen Aufwärtstrend intakt. „Der Dax hat in den vergangenen Monaten eine fulminante Rally hingelegt, dass sich da mal eine Korrektur einstellt, ist ganz natürlich“, sagte er.

Zu den größten Verlierern bei den Standardwerten zählten die Papiere der Deutschen Börse mit einem Abschlag von 2,4 Prozent. Börsianer erklärten dies mit der Erwartung nachlassender Handelsumsätze an den Aktienmärkten. „Viele haben die Befürchtung, dass sich einige Anleger die Finger verbrannt haben könnten und den Märkten dann künftig fern bleiben“, sagte ein Händler.

Angesichts der Krise am US-Hypothekenmarkt und zunehmender Schwierigkeiten bei Firmenkrediten trennten sich die Anleger von Finanzwerten. Die Aktien der Postbank fielen um 2,6 Prozent, die Titel der Allianz um zwei Prozent.

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