Aktienhandel Frankfurt
Dax schafft es knapp ins Plus

Eine Jahresendrally ist am Aktienmarkt nicht in Sicht. Am Freitag schwankte der Dax um seinen Vortagesschlusskurs und ging am Abend mit einem Plus von 0,3 Prozent auf 7948 Zählern aus dem Handel. Im Vergleich zur Vorwoche hat der Index damit rund ein halbes Prozent verloren. Doch nach Ansicht von Marktstratege Christian Schmidt von der Helaba kann man trotzdem zufrieden sein.

HB FRANKFURT. Seit Januar hat der Dax schließlich über 20 Prozent zugelegt. "Viele Anleger müssen deswegen so kurz vor dem Jahresende kein Risiko mehr eingehen", sagte er. Zahlreiche Investoren hielten sich zurück, zumal auch immer weniger Unternehmen für Schlagzeilen sorgten, sagten Händler. "Es gab heute noch nicht einmal Gerüchte, obwohl es Freitag ist", klagte ein Börsianer.

Für einen Rutsch ins Minus hatten die aktuellen Daten zur Preisentwicklung in Deutschland und den USA gesorgt. Im November lagen die Verbraucherpreise in Deutschland um 3,1 Prozent höher als noch vor einem Jahr, und auch die US-Verbraucher mussten wesentlich tiefer in die Tasche greifen als noch vor zwölf Monaten. Damit werden Zinssenkungen immer schwieriger durchzusetzen, das drückt auf die Stimmung, sagten Händler.

Zu den deutlichsten Verlierern im Dax zählte die Metro -Aktie, die um 1,4 Prozent auf 58,69 Euro zurückfiel. Händlern zufolge drückte die Angst vor einem schwachen Weihnachtsgeschäft. "Wir haben nur noch zwei Wochenenden und bisher ist es ja wohl nicht sehr gut gelaufen", sagte ein Börsianer.

Die Befürchtung schwacher Umsätze drückte auch das Papier von Continental um 2,2 Prozent auf 88,06 Euro ins Minus. Bei einem Konkurrent laufe offenbar das Geschäft mit Winterreifen schlecht, das belaste auch Continental, hieß es zur Begründung. "Bei dem milden Wetter wäre das ja auch kein Wunder", sagte ein Händler. Zudem hatten die Analysten von Morgan Stanley den Titel mit "Underweight" und einem Kursziel von 97 Euro bewertet. Die Papiere des Touristikkonzerns TUI gaben nach einer Herunterstufung durch Morgan Stanley auf "Underweight" um 0,3 Prozent auf 19,50 Euro nach.

Für Gesprächsstoff sorgte die Lufthansa, die sich mit 19 Prozent am US-Billigflieger Jetblue beteiligt. "Der strategische Schritt ist zu begrüßen, da die Lufthansa somit mehr Inlandsflüge in den USA anbieten kann", sagte ein Händler. Dennoch rutschten die Titel der Fluggesellschaft ebenfalls ins Minus und gingen letztlich 0,3 Prozent niedriger bei 18,30 Euro in das Wochenende.

Die Siemens-Aktie schloss 0,9 Prozent höher bei 105,41 Euro. Im Rahmen der Aufarbeitung seiner Korruptionsäffären trennte sich der Technologiekonzern nach nur einer Woche wieder von seinem Finanzchef der Industriesparte. Grund sind Siemens zufolge neue Erkenntnisse im Korruptionsfall um die Arbeitnehmerorganisation AUB.

Deutlichere Kursgewinne verzeichneten aber Eon und RWE. Wenn der Markt schwächele, würden oft diese Aktien als "sicherer Hafen" angesteuert, sagten Händler. Deswegen erwiesen sich die beiden Titel am Freitag als Stütze für den Markt, auch als dieser absackte. Eon gingen letztlich mit einem Plus von 1,5 Prozent auf 146,06 Euro aus der Sitzung, RWE stiegen um 0,7 Prozent auf 95,36 Euro.

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