Aktienhandel Frankfurt
Dax schließt auf Tagestief

Sehr schwach ist der deutsche Aktienmarkt am Mittwoch aus dem Handel gegangen. Ein jäher Abverkauf infolge schlechter US-Daten schickte den Dax um 1,7 Prozent oder 134 Punkte tiefer auf 7 588 Punkte. Umgesetzt wurden 6,2 Mrd. Euro nach 5,9 Mrd Euro am Vortag. Nach lange Zeit ruhigem Geschäft sorgten am Nachmittag schlechte US-Hausverkäufe für Entsetzen.

HB FRANKFURT. Jüngsten Hochrechnungen zufolge wurden in den USA im Juli gut zwölf Prozent weniger Häuser verkauft als im Monat zuvor. Der Einbruch führte Anlegern die Auswirkungen Krise am US-Immobilienmarkt erneut vor Augen. Die Zahlen seien katastrophal, sagte ein Analyst. „Und wenn schon im Juli die Häuserverkäufe zurückgingen, wie werden die Zahlen dann erst für August aussehen?“, kommentierte ein Händler die Daten.

Zudem belasteten die schwächeren ADP-Arbeitsmarktdaten. Diese Daten des privaten Instituts ADP gehen von einem Stellenzuwachs im August von nur 38 000 Stellen aus. Die Schätzungen der offiziellen US-Arbeitsdaten sehen dagegen noch ein Plus von 108 000 Stellen.

Gleichzeitig verstärkte sich die Angst vor einem Überspringen auf die Realwirtschaft, nachdem die Arbeitsvermittlungsfirma Challenger eine kräftige Zunahme der landesweiten Entlasssungen vermeldet hatte. Allein rund 40 Prozent der Entlassungen wurden dabei als Folge der US-Immobilienkrise gesehen. „Damit wächst die Angst vor einer Ansteckung aller Branchen“, sagte ein Händler. Der Dax sowie die US-Indizes gingen auf Talfahrt.

Vor der Publizierung der Daten zum US-Immobilienmarkt hatten sich viele Anleger zurückgehalten, weil sie sich nicht auf dem falschen Fuß erwischen lassen wollen, wenn in dieser weitere wichtige Konjunkturdaten veröffentlicht werden.

Als besonders wichtig werden dabei der Konjunkturbericht der US-Notenbank (Beige Book) am Mittwochabend sowie der monatliche US-Arbeitsmarktbericht am Freitag angesehen. Zudem entscheidet die Europäische Zentralbank (EZB) am Donnerstag, ob der Leitzins für die Eurozone in den kommenden Wochen bei vier Prozent bleibt.

„Am Markt rechnen die meisten damit, dass die EZB wegen der Turbulenzen an den Märkten die Zinsen nicht verändert - aber wer weiß, vielleicht schlägt sie uns ja auch ein Schnippchen“, sagte ein Händler.

Die Unsicherheit über die Folgen der US-Hypothekenkrise bekamen wieder einmal die Finanzwerte besonders deutlich zu spüren. Die Aktie der Deutschen Postbank rutschte - zusätzlich belastet von einer Kurszielsenkung durch Lehman Brothers - mit einem Minus von 3,5 Prozent ans Ende der Verliererliste der Dax-Werte. Das Papier der Deutschen Bank verbilligte sich um 2,1 Prozent, Commerzbank-Titel verloren 2,4 Prozent.

Noch deutlichere Kursverluste verbuchte die Linde-Aktie, die mit einem Abschlag von 3,2 Prozent auf 83,44 Euro aus dem Handel ging. Finanzkreisen zufolge platzierte die Deutsche Bank 700 000 Aktien des Industriegasekonzerns am Markt. „Ich habe ein Angebot von der Deutschen Bank bekommen für Linde-Aktien zu je 84,10 Euro“, sagte ein Händler.

Zu den größten Verlierern gehörte auch Lufthansa, deren Titel sich um 2,8 Prozent auf 21,08 Euro verbilligten. „Nach den Meldungen über drei festgenommene Terror-Verdächtige kam Angst vor neuen Anschlägen hoch, und das drückte die Aktie - zumal wohl Anschläge in Frankfurt und damit am Heimatflughafen von Lufthansa stattfinden sollten“, sagte ein Börsianer.

Kein Dax-Wert wurde von der Verkaufswelle am Nachmittag verschont. Auch bei Infineon schmolzen die anfänglichen Gewinne dahin. Den Titeln, denen am Morgen noch eine Kurszielerhöhung ins Plus verholfen hatte, gingen 1,3 Prozent leichter aus dem Handel.

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