Aktienhandel Frankfurt
Dax schließt leicht im Minus

Anleger am Aktienmarkt haben am Mittwoch einen Teil ihrer Kursgewinne eingestrichen und den Dax ins Minus gedrückt. Gesprächsthema Nummer eins auf dem Börsenparkett war der überraschende Rückzug von VW-Chef Bernd Pischetsrieder zum Jahreswechsel.

HB FRANKFURT. Der Leitindex schloss 0,2 Prozent niedriger bei 6 349 Punkten. „Der Dax legt einmal mehr eine Verschnaufpause ein“, sagte ein Händler. Eine größere Korrektur sei aber nicht zu erwarten. Ein anderer Börsianer blieb ebenfalls gelassen: „Bisher wurden kurze Schwächephasen im Dax zum Kauf genutzt. Warum sollte das dieses Mal anders sein?“

Die Schlappe der Republikaner von US-Präsident George W. Bush bei den Kongresswahlen ließ die Börsianer am Mittwoch weitgehend kalt. „Die US-Konjunktur und die Zinspolitik bleiben die treibenden Kräfte“, sagte Commerzbank-Volkswirt Peter Müller.

Die Aktien von Volkswagen reagierten mit einer Berg- und Talfahrt auf die Nachricht vom Führungswechsel bei Europas größtem Autobauer VW. Zeitweise kletterten die Titel auf den höchsten Stand seit August 1998, um anschließend wieder ins Minus zu drehen. Die Papiere schlossen 1,5 Prozent tiefer bei 80,00 Euro. VW hatte am Vorabend ohne Angabe von Gründen mitgeteilt, Pischetsrieder solle durch den Chef der erfolgreichen Konzerntochter Audi, Martin Winterkorn, ersetzt werden. „Warum geht jemand, dessen Vertrag vor gerade einmal sechs Monaten um fünf Jahre verlängert wurde?“, fragte ein VW-Experte einer Frankfurter Bank.

Das Schlusslicht im Dax bildeten die Aktien der Hypo Real Estate. Sie verloren 5,5 Prozent auf 47,52 Euro, obwohl der Immobilienfinanzierer den Gewinn im dritten Quartal deutlich gesteigert hatte. Ein Analyst begründete das Kursminus mit der rückläufigen Gewinnspanne. „Das Problem sind die Margen im Neugeschäft, sowohl in Deutschland wie auch international.“ Auch die Zwischenbilanz der Deutschen Post quittierten die Anleger mit Verkäufen der „Aktie Gelb“. Die Post-Aktien büßten 2,3 Prozent ein. Der Konzern war mit seinen Gewinnzahlen unter den Analystenprognosen geblieben.

Unter Druck gerieten auch die Aktien des Dax-Schwergewichts Eon. Sie fielen um 0,5 Prozent, nachdem der Energieversorger trotz eines Anstiegs bei Umsatz und Gewinn die Prognosen der Analysten etwas verfehlt hatte.

Auf der Gewinnerseite im Dax standen dagegen die Aktien von Henkel mit einem Plus von 3,6 Prozent, nachdem der Konsumgüterkonzern die Umsatzprognose für das Gesamtjahr angehoben hatte. „Die Aktie ist in den vergangenen Wochen vernachlässigt worden“, sagte ein Händler. „Da die Zahlen recht gut ausgefallen sind, kann sie nun einen Großteil des Rückstandes wettmachen.“

Eine Platzierung von 7,6 Mill. Aktien drückte im Nebenwerteindex MDax die Aktien von Beiersdorf ins Minus. Die Pensionskasse des Kosmetikherstellers verkauft ihren kompletten Anteil von drei Prozent. Händler sagten, die Papiere seien zu je 44,50 Euro platziert worden. Die Beiersdorf-Aktien schlossen 1,3 Prozent tiefer bei 45,76 Euro.

Die Aktien von WCM brachen um gut zehn Prozent auf 0,077 Euro ein, nachdem die Beteiligungsgesellschaft Insolvenzantrag gestellt hatte.

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