Aktienhandel Frankfurt
Dax schließt über 8 000-Punkte-Marke

Der deutsche Aktienmarkt hat am Montag seine Gewinne vom Wochenende ausgebaut. Erstmals seit rund acht Wochen schloss der Leitindex Dax wieder über der 8 000-Punkte-Marke. Vor allem positive Vorgaben aus den USA gaben dem Handel Auftrieb. Zu den Gewinnern zählten vor allem Finanzwerte.

HB FRANKFURT. Die Anleger am deutschen Aktienmarkt haben sich am Montag von den milliardenschweren Abschreibungen der Schweizer Großbank UBS nicht schrecken lassen. Besser als erwartet ausgefallene Daten vom krisengeschüttelten US-Immobilienmarkt gaben am Nachmittag zusätzlichen Auftrieb. Der Dax schloss 0,49 Prozent im Plus bei 8 033 Punkten. "Der Markt hat sich die Hoffnung erkämpft, dass damit nun zumindest bei UBS alles vom Tisch ist“, sagte ein Händler.

Die größte Bank der Schweiz hatte wegen der Kreditkrise weitere Abschreibungen über zehn Milliarden Dollar gemeldet und für 2007 einen Verlust angekündigt. Die UBS erhält jedoch Hilfe aus Asien: Der Staatsfonds des Stadtstaates Singapur und ein Investor aus dem Nahen Osten steigen bei der Bank ein. "Man sieht, dass Investoren sofort parat stehen, um Schwächephasen auszunutzen“, sagte ein Börsianer. Er wertete den Einstieg von Singapur als positives Zeichen. "Das ist kein Spekulant. Das ist ein klassischer Investor, der sehr bedacht ist, was er mit seinem Geld macht.“

Im Dax drehten die Finanzwerte vormittags ins Plus und stützten damit den Gesamtmarkt. Deutsche Bank stiegen um 1,4 Prozent, Postbank um 1,5 Prozent und Commerzbank um 2,1 Prozent. "Bei der Commerzbank hilft die Nachricht, dass das Privatkundengeschäft gut zu laufen scheint“, sagte ein Händler. Nach Angaben des für die Sparte zuständigen Vorstands Achim Kassow hat die Bank in den vergangenen zwölf Monaten 650.000 Privatkunden gewonnen.

Gefragt waren auch Siemens-Aktien, die 1,7 Prozent gewannen. Händler verwiesen auf den eingeleiteten Umbau des Technologiekonzerns und die Maßnahmen zur Bewältigung der Korruptionsaffäre. Zudem kündigte Siemens-Chef Peter Löscher an, dass größere Firmenübernahmen oder Verkäufe in nächster Zeit kein Schwerpunkt seien. Der Vorstandschef machte in einem Interview aber klar, dass er unrentable Geschäftsfelder auf Dauer nicht dulde.

Verkauft wurden dagegen Aktien von E.ON und RWE, die jeweils 0,7 Prozent verloren. "Die Versorger sind zuletzt gut gelaufen, da nehmen einige nun ihre Gewinne mit.“ Schlusslicht im Dax waren Linde mit einem Abschlag von 2,4 Prozent. Auch die Papiere des Gasekonzerns hatten in den vergangenen Tagen deutlich an Wert gewonnen.

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