Aktienhandel Frankfurt
Dax schließt unter 8 000 Punkten

Selbst ein guter Start der Wall Street hat die Anleger in Deutschland zu Wochenbeginn kaum begeistert. Der Dax konnte die zuletzt wieder zurückeroberte Marke von 8 000 Punkten nicht halten. Anders präsentierte sich da der TecDax.

HB FRANKFURT. Der Dax beendete den Handelstag bei 7 958,24 Zählern 0,61 Prozent tiefer, nachdem er zuvor sogar bis auf 7 916 Zähler abgebröckelt war. In den USA dagegen stiegen die Kurse nach Fusionsankündigungen vom Wochenende kräftig.

In Frankfurt berichteten die meisten Marktteilnehmer von eher flauen Geschäften: Die Umsätze seien niedrig. "Der Markt setzt sich", sagte ein Börsianer. "Am Mittwoch ist Nationalfeiertag in den USA - deswegen dürfte es diese Woche auch recht ruhig bleiben." Die Attentatsversuche in Großbritannien zogen nur vereinzelt fallende Kurse nach sich. "Wenn das den ganzen Markt beunruhigen würde, würde das Minus des Dax ganz anders aussehen", sagte ein Händler. "Aber nervös macht so etwas schon."

Diese Nervosität machte am meisten den Tui - und Lufthansa-Aktien zu schaffen. Beide Titel zählten mit einem Abschlag von bis zu zwei Prozent zu den größten Verlierern im Dax. Zudem stieg der Ölpreis wieder. Auch die Allianz-Aktie stand stärker als der Gesamtmarkt unter Druck. Dass die Analysten von Merrill Lynch den Titel von einer ihrer Favoritenlisten strichen, sorgte für ein Minus von 2,12 Prozent auf 169,91 Euro. Dagegen stemmten sich Infineon nach einem positiven Analystenkommentar mit einem Plus von 1,87 Prozent auf 12,54 Euro gegen den Markttrend.

Kaum ein Dax-Wert wurde allerdings so oft gehandelt wie die Aktie eines Börsenneulings: Mehr als zehn Mill. Tognum-Aktien wechselten am ersten Handelstag der ehemaligen DaimlerChrysler-Tochter MTU bis zum Abend den Besitzer. Allerdings: Papiere des Dieselmotorenherstellers notierten zuletzt bei 23,95 Euro und damit knapp unter dem Zuteilungspreis von 24 Euro. Der Börsengang von Tognum ist mit einem Emissionserlös von über zwei Mrd. Euro der größte seit dem der Post im Jahr 2000. Damit hat der Titel sogar Chancen auf eine baldige Aufnahme in den Nebenwerteindex MDax.

Ein Plus konnte der TecDax verbuchen: Dank deutlicher Kursgewinne bei den Solarwerten stieg der Index um 2,8 Prozent. Vor allem Solarworld waren gefragt und stiegen bei hohen Umsätzen um 9,65 Prozent auf 37,50 Euro. "Auslöser war sicherlich die Meldung über die Kapazitätsausweitung", sagte ein Händler. Das Unternehmen hatte am Morgen angekündigt, ein weiteres Werk in Sachsen zu bauen. "Zudem hat die Aktie ihr Allzeithoch bei 35,43 Euro überschritten und damit ein technisches Kaufsignal gegeben", fügte ein anderer Börsianer hinzu. Von dem Interesse an Solarworld profitierten auch andere Werte der Branche: Conergy zogen um 8,45 Prozent auf 62,90 Euro an, Q-Cells um 6,31 Prozent auf 68,24 Euro.

Im MDax legten Papiere des Pharmakonzerns Stada um 3,41 Prozent auf 48,85 Euro zu. Das Unternehmen erzielte in seinem deutschen Geschäft mit Nachahmermedikamenten im zweiten Quartal ein Umsatzplus von deutlich mehr als 20 Prozent.

An die Spitze der Nebenwerte setzten sich mit einem Plus von 4,95 Prozent auf 34,34 Euro die Papiere der Norddeutschen Affinerie. Europas größte Kupferhütte beharrt trotz der ablehnenden Haltung eines Großaktionärs an seinem Plan einer Übernahme der belgischen Cumerio. Großaktionär A-Tec aus Österreich hat laut einem Zeitungsbericht eine Dreier-Fusion ins Gespräch gebracht. "Da ist jetzt viel Fantasie drin in der Aktie", fasste ein Börsianer den Handelstag zusammen.

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