Aktienhandel Frankfurt
Dax schließt unverändert

Der Dax hat sich erfolgreich gegen die negative Stimmung an den US-Börsen gestemmt. Zum Wochenschluss notierte der Index nahezu unverändert bei 7812 Punkten. Kräftig griffen Investoren bei den Anteilsscheinen der Deutschen Post zu, die mit 2,7 Prozent den höchsten Tagesgewinn im Dax verbuchten.

HB FRANKFURT. Der deutsche Aktienmarkt hat sich zum Wochenschluss gegen die negative Stimmung an den US-Börsen und den meisten europäischen Handelsplätzen gestemmt. Der Dax beendete den Handel nahezu unverändert bei 7812 Punkten, sieben Zähler niedriger als am Vortag. „Es gab viele kleine Meldungen, die sich zu einem positiven Bild fügen“, sagte ein Händler. Zudem seien deutsche Aktien derzeit international stärker gefragt als Papiere aus anderen europäischen Ländern, erklärte ein weiterer Börsianer.

Viele europäische Börsen wurden dagegen von neuen Sorgen um die Folgen der US-Hypotheken- und Kreditkrise belastet. In Frankreich und der Schweiz verloren die Leitindizes jeweils rund zwei Prozent. Auch die US-Börsen verbuchten bis zum Handelsschluss in Europa Kursverluste. Der Dow Jones lag 1,2 Prozent niedriger.

Dass der Dax sich am zweiten Tag in Folge von den internationalen Märkten abkoppeln konnte, sei aber kein neuer Trend, erklärte Fondsmanager Boris Böhm von Nordinvest. „Die Entwicklung ist von Einzelinformationen getrieben, die stark mit der Berichterstattungssaison zusammenhängen. Das ist zwar wichtig, aber nur ein Nebenschauplatz.“ Grundsätzlich braue sich eine für Aktienmärkte brisante Mischung zusammen. „Wir haben immer noch versteckte Risiken bei den Banken, die Konjunkturdynamik nimmt ab, der Rohstoffmarkt ist angespannt, das Inflationsthema kommt wie ein ICE auf uns zugerast - für einen Aufwärtstrend fehlen die guten Argumente.“

Gestützt wurde der Dax unter anderem von einer hohen Nachfrage nach den Aktien der im Leitindex schwer gewichteten Versorger RWE und E.ON, die 2,2 beziehungsweise 1,4 Prozent zulegten. „Das ist eine klassische Umschichtung“, sagte ein Börsianer mit Blick darauf, dass Versorgeraktien in turbulenten Börsenzeiten als verhältnismäßig sichere Anlagen gelten. E.ON-Aktien erreichten bei 136,35 Euro ein Jahreshoch. Auch die Anteilsscheine der Deutschen Börse und von Adidas waren teurer als je in den vergangenen zwölf Monaten.

Kräftig griffen Investoren bei den Anteilsscheinen der Deutschen Post zu, die mit 2,7 Prozent den höchsten Tagesgewinn im Dax verbuchten. Börsianern zufolge wirkten noch die am Donnerstag vorgelegten robusten Geschäftszahlen nach. Die Aktien von Siemens bauten ihr am Vortag von der Ankündigung eines Aktienrückkaufprogramms ausgelöstes achtprozentiges Kursplus um knapp ein weiteres Prozent aus. Continental-Aktien profitierten mit einem Plus von einem Prozent von einem positiven Analystenkommentar.

Auf der Verliererseite im Dax standen vor allem die Finanzwerte wegen neuer Hiobsbotschaften im Zusammenhang mit der US-Hypotheken- und Kreditkrise. Neben Gerüchten um weitere Milliardenabschreibungen bei Banken verwiesen Händler auf die Mitteilung der viertgrößten US-Bank Wachovia, allein im Oktober im Kreditmarktgeschäft weitere Verluste von 1,1 Mrd. Dollar verbucht zu haben. „Man glaubt den Banken einfach nichts mehr und fürchtet nur noch das Schlimmste“, sagte ein Händler. Die Aktien von Commerzbank und Postbank gingen jeweils rund 3,5 Prozent tiefer aus dem Handel. Neben Commerzbank sanken auch Hypo Real Estate, Deutsche Bank und Allianz-Aktien auf Jahrestiefs.

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