Aktienhandel Frankfurt
Dax schwächelt weiter

Die jüngsten US-Konjunkturdaten und anhaltende Gewinnmitnahmen sowie massive Verluste beim Index-Schwergewicht Siemens haben den Dax am Dienstag belastet. Der deutsche Leitindex notierte deutlich unter der 7 300-Punkte-Marke. Manche Marktteilnehmer sprechen bereits von einem "möglichen Vorboten der Korrektur".

HB FRANKFURT. Der Deutsche Aktienindex ging nach Verlusten bei Schwergewichten wie Siemens 0,89 Prozent schwächer bei 7270,32 Punkten aus dem Handel. Der MDax verlor 1,08 Prozent auf 10584,12 Zähler, und der TecDax gab um 1,37 Prozent auf 879,99 Punkte nach.

Nach Aussage von Börsianern machten einige Anleger nach der jüngsten Kursrally Kasse. "Ich denke, wir sehen einfach ein paar Gewinnmitnahmen", sagte ein Händler. Zudem deuteten am Nachmittag veröffentlichte US-Konjunkturdaten auf eine weiter an Dynamik verlierende US-Wirtschaft hin. "Die Konjunktur in den USA ist schwach", sagte Analyst Ralf Umlauf von der Helaba. Das US-Verbrauchervertrauen fiel im April auf 104 Punkte nach 108,2 Punkte im März zurück und lag damit unter den Analystenschätzungen von 105 Zählern. Zudem blieb der Zahl der Hausverkäufe mit 6,12 Millionen Stück im März deutlich hinter den Erwartungen der Finanzexperten zurück.

Aktienstratege Steffen Neumann von der LBBW warnte jedoch vor übertriebenem Aktionismus. "Ich sehe keinen Grund für neue Panikattacken, aber die Krise am US-Hypothekenmarkt oder auch der anziehende Euro, das sind Risikofaktoren, die der Markt über Wochen komplett ausgeblendet hat."

Börse sieht möglichen Führungswechsel bei Siemens skeptisch

Für Verunsicherung bei den Anlegern sorgten Spekulationen über eine Ablösung von Siemens-Chef Klaus Kleinfeld. Die Aktie des in einen Korruptionsskandal verstrickten Technologiekonzerns fiel um 2,9 Prozent und übernahm damit die rote Laterne im Dax. "Da stellt man sich die Frage, weswegen Kleinfeld ausgewechselt werden soll", sagte ein Händler. "Eigentlich hat er doch einen guten Job gemacht." Der Aufsichtsrat zögert nach Angaben aus dem Umfeld des Kontrollgremiums bei der Vertragsverlängerung von Kleinfeld. Zunächst solle definitiv geklärt werden, ob der Vorstandschef in die Schmiergeldaffäre verstrickt sei. Der Konzern bekräftigte, dass der Aufsichtsrat am Mittwoch über die Zukunft von Kleinfeld entscheiden werde. Spekulationen, Linde-Chef Wolfgang Reitzle könnte für Kleinfeld auf den Siemens-Chefsessel rücken, wies ein Sprecher des Industriegasekonzerns zurück.

Verkauft wurden auch Werte aus dem Finanzsektor, die in den vergangenen Wochen auf Grund von Übernahmefantasien gefragt waren. Die Aktien der Commerzbank büßten 2,6 Prozent ein. Die Titel der Deutschen Börse verloren 2,2 Prozent. Der nordeuropäische Börsenkonzern OMX konnte seinen Gewinn im ersten Quartal weniger stark steigern als von Analysten erwartet. Zudem hielt sich der Betreiber der Börsen in Stockholm, Helsinki, Kopenhagen, Reykjavik und den baltischen Staaten mit Aussagen über Kooperationen mit anderen Börsen bedeckt.

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