Aktienhandel Frankfurt
Dax wieder über 7 900 Punkten

Vor der Zinsentscheidung der US-Notenbank haben die Anleger am deutschen Aktienmarkt am Donnerstag wieder zugegriffen und den Dax über 7 900 Punkte getrieben. Der Leitindex stieg um 1,5 Prozent auf 7 921 Punkte und beendete damit seine fünftägige Talfahrt. Einzelwerte wurden von Gerüchten und Analystenkommentaren getrieben.

HB FRANKFURT. „Das ist aber wohl vor allem technisch, nachdem wir seit Tagen Abgaben hatten“, sagte ein Händler. Börsianer warnten, die Erholung stehe auf wackeligen Beinen. Das Umsatzvolumen sei relativ gering. Seit voriger Woche belastet die Schieflage zweier Hedge-Fonds der US-Investmentbank Bear Stearns die Stimmung. Anleger befürchten, dass sich die Krise ausweiten könnte. Die Fonds hatten sich mit zweitklassigen Hypothekenkrediten verspekuliert. Viele Anleger fürchten, das könnte nur die Spitze eines Eisberges sein. Die Krise sei noch nicht ausgestanden, warnte ein Händler. Gespannt warteten die Börsianer auf die am Abend anstehende Zinsentscheidung der US-Notenbank. Analysten rechneten damit, dass die Fed den Schlüsselzins bei 5,25 Prozent belässt. Die meisten Analysten gingen davon aus, dass die Notenbank an ihrer Einschätzung der US-Konjunkturentwicklung festhält und weiterhin vor Inflationsgefahren warnt.

Neue Gerüchte um Postbank

Im Fokus standen die Aktien der Postbank, die vier Prozent auf 64 Euro zulegten, nachdem Commerzbank-Vorstand Wolfgang Hartmann in einem Interview das Interesse seines Hauses an der Post-Tochter unterstrichen hatte. Ein Sprecher der Deutschen Post bekräftigte, der Bonner Konzern habe keinerlei Pläne, sich von der Mehrheitsbeteiligung zu trennen. „Der Markt glaubt da offenbar nicht wirklich dran“, sagte ein Händler. In der Vergangenheit hat es schon häufig Spekulationen um die Eigenständigkeit der Postbank gegeben.

Zu den größten Gewinnern zählten zudem MAN mit einem Plus von 3,4 Prozent auf 104,68 Euro. Die Aktien glichen damit ihre Verluste der vergangenen Tage wieder aus. Gefragt waren auch die Titel von Volkswagen, die 2,7 Prozent zulegten. Ein Händler verwies auf eine gute Nachfrage nach dem Golf, die der Konzern zum Anlass nehmen will, das Auto auch in den Werksferien zu bauen.

Größter Dax-Gewinner waren die Linde-Aktien mit einem Plus von 4,4 Prozent. „Die Aktie hat ein neues Hoch gemacht, das war für einig ein Kaufsignal“, sagte ein Händler. In der Spitze verteuerte sich Linde-Aktien um 4,6 Prozent auf ein Rekordhoch von 88,18 Euro.

Im MDax legten die Aktien der Norddeutschen Affinerie 4,5 Prozent zu. Zwischen dem Kupferhersteller und seinem Großaktionär Mirko Kovats zeichnet sich ein Machtkampf ab. „Das hat Spekulationen über eine Erhöhung der Anteile von Kovats an der NA ausgelöst“, erklärte ein Händler den Kursanstieg. Der österreichische Industrielle will offenbar die Übernahme des belgischen Kupferherstellers Cumerio durch die Norddeutsche Affinerie erschweren, nachdem die von ihm gegründete Industriegruppe A-Tec überraschend ihren Einstieg bei Cumerio bekannt gegeben hat.

Hoch im Kurs standen bei den Anlegern die im SDax notierten Aktien von Thielert. Die Papiere des Flugzeugmotorenherstellers schnellten um 24 Prozent auf 23 Euro in die Höhe und führten damit die Gewinner in dem Kleinwerteindex an. Thielert liefert künftig Motoren an den Kleinflugzeugbauer Cessna.

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