Aktienhandel Frankfurt
Deutsche Aktien schließen freundlich

Der deutsche Aktienmarkt hat am Donnerstag nach einem unbeständigen Handelstag freundlich geschlossen. Nach wie vor sei die Unsicherheit sehr groß, sagte ein Börsianer. Die Lage auf den internationalen Finanzmärkten sei weiterhin schwer einzuschätzen.

HB FRANKFURT. Der Dax gewann schließlich 0,44 Prozent auf 7 621,72 Punkte, nachdem er im Tagesverlauf zwischen Gewinn- und Verlustzone hin- und hergependelt war. Das Tagestief hatte bei 7 511 Punkten und das Tageshoch bei 7 644 Zählern gelegen. Der MDax der mittelgroßen Werte schloss mit plus 0,19 Prozent auf 10 258,67 Punkte. Für den Technologiewerte-Index TecDax ging es deutlicher um 0,83 Prozent auf 929,86 Zähler nach oben.

„Der Markt steht nicht gerade auf sicheren Beinen“, sagte Postbank-Händler Stefan Söllner. Der Handel sei weiterhin volatil, die Umsätze gering. Positive Konjunkturdaten aus den USA hätten am frühen Nachmittag zunächst nicht nachhaltig stützen können. Auch die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank am Nachmittag habe keine großen Impulse geliefert.

Nach Einschätzung von Helaba- Marktstratege Mirko Pillep richteten die Anleger jetzt ihren Blick auf die am Freitag anstehenden monatlichen US-Arbeitslosenzahlen, die wichtige Informationen über ein Übergreifen der Krise am Hypothekenmarkt auf die Gesamtwirtschaft liefern könnten.

Infineon-Papiere kletterten mit einem Plus von 5,03 Prozent auf 12,12 Euro an die Dax-Spitze. Händler verwiesen auf einen positiven Analystenkommentar als Impulsgeber. SAP-Aktien gewannen 2,49 Prozent auf 40,27 Euro. Wie am Vortag kratze die Aktie an der Marke von 40 Euro, sagte ein Händler. Wenn diese nachhaltig durchbrochen werde, könnte es weiter nach oben gehen.

Deutsche Post stiegen um 0,65 Prozent auf 21,59 Euro. Die Deutsche Post-Tochter DHL wird die 4 000 amerikanischen Filialen der weltgrößten Einzelhandelskette Wal-Mart Stores drei Jahre lang beliefern.

Leoni-Titel setzten ihren positiven Trend fort und kletterten an der MDax-Spitze um 3,71 Prozent auf 42,52 Euro. Die geplante Übernahme der Bordnetz-Sparte von Valeo stütze den Kurs, sagte ein Börsianer.

Aktien von Hochtief verloren 3,05 Prozent auf 75,86 Euro. Händler verwiesen auf Gewinnmitnahmen nach dem jüngsten Kursanstieg. Außerdem werde die Aktie immer noch von der Entscheidung des Oberlandesgerichts Celle am Mittwoch belastet, sagte ein Analyst. Das Gericht hat den Konzern vom Bau des Tiefwasserhafens Wilhelmshaven ausgeschlossen.

GPC Biotech setzten hingegen ihre jüngste Kursrally fort und verteuerten sich um weitere 18,74 Prozent auf 10,90 Euro. Ein Börsianer verwies unter anderem auf die verbesserte Stimmung in der Branche.

Die Titel von Gerresheimer verloren an ihrem ersten Handelstag im SDax 1,42 Prozent auf 38,84 Euro. Die Aktien des Pharmazulieferers ersetzen die Aktien von Schwarz Pharma im Index der kleinen Werte. Der von der belgischen UCB übernommene Pharmahersteller hat sich aus dem Prime Standard verabschiedet. Möglicherweise seien einige Anleger doch enttäuscht, dass Gerresheimer der Aufstieg in den MDax noch nicht gelungen sei, sagte Dresdner-Kleinwort-Analystin Yasmin Majewski.

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