Aktienhandel Frankfurt
Deutsche Bank treibt den Dax

Erleichterung über den Quartalsbericht der Deutschen Bank hat den Dax am Mittwoch etwas angeschoben. Angesichts der am Abend nach Börsenschluss in Europa erwarteten Zinsentscheidung der US-Notenbank agierten viele Anleger aber ansonsten vorsichtig.

HB FRANKFURT. Erst mit den Kursen an der Wall Street zog auch der Dax über die 8000-Punkte-Marke. Schließlich beendete der Leitindex den Handel mit 8019 Punkten 0,5 Prozent höher. Bei den Aktien von GPC Biotech im TecDax sorgte ein Rückschlag der Biotechnologiefirma bei der Entwicklung eines Krebsmedikaments für einen Kurssturz von rund 60 Prozent.

Zweifel, ob – wie bislang erwartet – eine Zinssenkung um 25 Basispunkte auf 4,5 Prozent zu erwarten ist, machten nach dem unerwartet deutlichen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im dritten Quartal die Runde und bremsten vor allem in Europa die Kauflust der Anleger. „Ich sehe keinen Anlass für die Fed, die Zinsen zu senken“, sagte ein Börsianer mit Blick auf den Anstieg des US-BIP im dritten Quartal um 3,9 Prozent. Analysten hatten mit einem Plus von drei Prozent gerechnet. „Das ist auf jeden Fall Munition für diejenigen, die davon ausgehen, dass wir keine Zinssenkung bekommen“, erklärte Analyst Rainer Sartoris von HSBC. „Die US-Wirtschaft zeigt weiter ein robustes Wachstum, wenn sie auch nicht mehr mit der Dynamik der vergangenen Monate wächst“, fügte Aktienhändler Jörg Treptow von MM Warburg hinzu.

Im Fokus standen aber die Finanzwerte, nachdem Analysten der Deutschen Bank für ihren Zwischenbericht ein gutes Zeugnis ausstellten. Das Institut hatte die Finanzmarktkrise im Sommer trotz einiger Blessuren besser weggesteckt als erwartet, obwohl die jahrelang hoch profitable Investmentbanking-Sparte erstmals seit fünf Jahren Verluste schrieb. „Die Ergebnisse sind einen Tick besser als vor vier Wochen angekündigt. Wenn es das war, hat die Deutsche Bank diesen Stresstest relativ gut überstanden“, sagte Dieter Hein von Fairesearch. Im Dax war der Anstieg der Aktien der Deutschen Bank um 3,7 Prozent auf 92,05 Euro für 16 Plus-Punkte gut. Im Schlepptau des Branchenprimus legten die übrigen Finanzwerte ebenfalls zu. Postbank stiegen um 2,4 Prozent, Commerzbank um 1,8 Prozent und Hypo Real Estate um drei Prozent.

Zu den größten Gewinnern zählten zudem MAN mit einem Aufschlag von vier Prozent. Der LKW- und Maschinenbaukonzern hatte mit seinem 36-prozentigen Gewinnsprung im dritten Quartal die Erwartungen der Analysten übertroffen und zeigte sich für das laufende Jahr weiter optimistisch. Die Aktien von MAN-Großaktionär VW stiegen zeitweise um fünf Prozent auf ein Rekordhoch von 199,60 Euro. Bis Handelsschluss schmolz das Plus etwas ab, so dass VW mit 197,90 Euro gut vier Prozent höher aus dem Handel gingen. „Da scheinen einige ein Blue-Sky-Szenario zu spielen, das kann sehr gefährlich sein“, sagte ein Händler. „Klar ist jedenfalls, dass VW in den nächsten Jahren erst einmal liefern muss, um einen solchen Kurs zu rechtfertigen.“

In Scharen ergriffen die Anleger bei GPC Biotech die Flucht, deren Aktien auf Xetra zu den drei meistgehandelten Titeln zählten – noch vor Daimler. Mit 3,22 Euro notierten GPC zuletzt 58,5 Prozent niedriger. Die Zukunft der Firma ist angesichts eines Forschungsrückschlag bei ihrem bisher einzigen Hoffnungsträger, dem Krebsmittel Satraplatin, ungewiss. Zahlreiche Analysten rieten ihren Kunden, die Aktien zu verkaufen. Der TecDax legte dennoch 1,2 Prozent zu. Dafür waren vor allem die Aktien von Tele-Atlas mit einem Aufschlag von 15,6 Prozent verantwortlich. Um den Hersteller von Navigationssoftware ist ein Bieterkampf zwischen dem amerikanischen Navi-Hersteller Garmin und dem niederländischen Konkurrenten TomTom entbrannt.

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