Aktienhandel Frankfurt
Deutsche Blue-Chips weiten Verluste aus

Die Anleger haben auch am Dienstag die Finger von deutschen Aktien gelassen. Vor allem Befürchtungen über eine Ausweitung der Krise am amerikanischen Hypothekenmarkt sorgten für Nervosität. Zu den wenigen gefragten Papieren zählten die Titel der Deutschen Telekom.

Der Dax beendete den Handel 0,9 Prozent im Minus bei 7 860,5 Punkten. Damit gab der Leitindex den vierten Handelstag in Folge nach. „Der Markt ist übernervös. Es vergeht kaum ein Tag, an dem der Dax nicht kräftig schwankt“, sagte ein Händler. Ein anderer Börsianer verwies auf die Sorgen über steigende Zinsen sowie die Schieflage zweier Hedgefonds der US-Bank Bear Stearns, die sich im Zuge der US-Immobilienkrise verspekuliert hatten. Anleger fürchten nun, dass noch weitere Finanzinstitute durch die Krise am US-Hypothekenmarkt in Schwierigkeiten geraten könnten. „Das belastet schon die Stimmung“, sagte der Händler.

Schwächer als erwartet ausgefallene US-Konjunkturdaten vermiesten den Anlegern am Nachmittag zusätzlich die Laune. So fiel das Vertrauen der US-Verbraucher in die Wirtschaft ihres Landes im Juni überraschend stark auf das niedrigste Niveau seit zehn Monaten. Auch der Absatz neuer Eigenheime in den USA sank im Mai stärker als von Analysten prognostiziert.

Größter Dax-Verlierer waren die Aktien von Henkel mit einem Minus von 4,4 Prozent auf 38,04 Euro. Die Deutsche Bank platzierte für die Verlegerfamilie Jahr 11,2 Millionen Vorzugsaktien des Konsumgüterkonzerns. Das entspricht 6,3 Prozent des Vorzugskapitals von Henkel. Hinter Henkel reihten sich die Papiere des Lkw- und Maschinenbaukonzerns MAN mit einem Abschlag von 3,5 Prozent ein. „Die Anleger nehmen im Moment Gewinne mit und verkaufen deswegen Aktien, die sich zuletzt sehr gut entwickelt haben“, erläuterte ein Händler.

Unter Druck gerieten wie schon am Montag Finanzwerte, denen unter anderem der Rückgang des Gesamtmarktes und die gedrückte Stimmung im Finanzsektor in den USA zusetzten. Zudem belasteten Spekulationen über steigende Zinsen die Titel, sagte ein Händler. Die Aktien der Allianz verloren 2,25 Prozent, die Papiere der Postbank gaben 1,6 Prozent nach.

Spekulationen über einen Verkauf der Schifffahrtssparte ließen die Aktien des Touristikkonzerns TUI um 1,6 Prozent an die Spitze des Dax steigen. Als möglichen Käufer nannten Börsianer Oetker. Die Oetker-Gruppe gab indes bekannt, keine größeren Akquisitionen im Visier zu haben.

Einen positiven Analystenkommentar nahmen die Anleger zum Anlass, Telekom-Aktien zu kaufen. Die T-Aktien legten 0,45 Prozent zu. Gefragt waren auch die Anteilsscheine von Volkswagen, die 0,6 Prozent gewannen. VW-Großaktionär Porsche drängt bei der Wolfsburger Tochter auf eine schnelle Steigerung der Rendite. „Die Kostenstrukturen im Konzern stimmen noch nicht“, sagte Porsche-Chef und VW-Aufsichtsratsmitglied Wendelin Wiedeking. Die Porsche-Aktien fielen dagegen um 3,8 Prozent. Der Sportwagenbauer tritt bei Absatz und Umsatz auf der Stelle. Zudem ist Porsche mit dem Geschäft im wichtigsten Auslandsmarkt USA unzufrieden.

Bei den Kleinwerten im SDax ragten die Aktien von Balda mit einem Plus von 2,9 Prozent heraus. Einem Zeitungsbericht zufolge hat Apple bei dem Handyausrüster mehr Bildschirme für sein Handy iPhone bestellt. „Das ist für Balda natürlich super“, sagte ein Händler.

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