Aktienhandel Frankfurt
Deutsche Indizes geschlossen im Minus

Die deutschen Aktienindizes haben am Dienstag am zweiten Tag in Folge mit Verlusten geschlossen, wobei der Dax fast unverändert aus dem Handel ging. Gewinne der Versorger-Aktien bügelten massive Verluste des Siemens-Titels nahezu aus.

HB FRANKFURT. Der Dax ging nach einem wenig bewegten Verlauf 0,09 Prozent tiefer bei 7 962,64 Punkten aus dem Handel und hielt sich damit besser als die meisten europäischen Indizes. Der MDax der mittelgroßen Werte fiel deutlich um 1,53 Prozent auf 10 534,98 Zähler. Das Technologiewerte-Barometer TecDax büßte 1,08 Prozent auf 1 003,01 Punkte ein.

Nach einer Gewinnwarnung des schwedischen Telekomausrüsters Ericsson verlor Siemens 2,5 Prozent auf 92,92 Euro und drückte damit den Dax alleine um 19 Punkte. Die als sichere Anlage geltenden Versorgerwerte Eon und RWE legten dagegen mehr als zwei Prozent zu und fingen damit den Leitindex wieder auf. Ungeachtet des Schocks aus Schweden sprachen Händler von einem eher ruhigen Geschäft. „Viele wollen die weiteren Geschäftszahlen aus den USA abwarten“, sagte ein Händler mit Blick auf die nach US-Börsenschluss am Abend anstehenden Zwischenberichte von IBM, Intel und Yahoo.

Ericsson hatte die Anleger am Morgen gewarnt, dass der Gewinn im dritten Quartal die Erwartungen deutlich verfehlen werde. Analysten sprachen von einem Desaster. Der Aktienkurs von Ericsson stürzte um 24 Prozent ab. Siemens-Aktien, die schon am Vortag unter einer Gewinnwarnung der niederländischen Philips für deren Medizintechniksparte gelitten hatten, gerieten erneut unter die Räder. Gerüchte über eine anstehende Gewinnwarnung von Siemens machten die Runde, was der Konzern nicht kommentieren wollte. „Nokia Siemens Networks hat mehr oder weniger dasselbe Geschäftsfeld, und jetzt wird befürchtet, dass es auch da zu stärkeren Verwerfungen kommen könnte“, sagte ein Börsianer. Am Nachmittag stützten Spekulationen auf ein angebliches Interesse des US-Konzerns General Electric den Kurs etwas, so dass Siemens über dem Tagestief schlossen.

Die Flucht vieler Anleger in die Aktien von RWE und Eon trieb deren Kurse zeitweise auf Rekordniveaus. Zum Handelsschluss notierten RWE 2,5 Prozent höher und Eon 2,4 Prozent - im Dax war das für 28 Plus-Punkte gut. „Die angekündigten Preiserhöhungen, gute Analystenkommentare in den letzten Tagen und nicht zuletzt der hohe Ölpreis machen die Versorger attraktiv“, erklärte ein Händler den Kursgewinn. Zu den Gewinnern zählten auch die Aktien von Bayer, die schon am Vortag nach einem Forschungserfolg gesucht waren und gut ein Prozent zulegten.

Gerüchte um ein Interesse von VW an MAN ließen am Nachmittag die Aktien des Lkw- und Maschinenanlagenbauers um bis zu 1,6 Prozent anziehen, nachdem die Aktie zuvor noch bis zu 3,4 Prozent verloren hatte. Bis Handelsschluss verpufften die Spekulationen nicht ganz, so dass MAN mit 119,01 Euro 0,3 Prozent höher schlossen.

Derweil machten die Anleger bei VW richtig Kasse. „Wenn es eine Aktie gibt, die über Gebühr gestiegen ist, dann ist es VW“, spielte ein Händler auf die Kurs-Verdoppelung in diesem Jahr an. VW schlossen mit 173,67 Euro gut drei Prozent niedriger. Erst am Vortag hatten die Aktien mit 185,85 Euro ein Rekordhoch erreicht.

Zu den Schlusslichtern im Dax zählten zudem die Aktien von Thyssen-Krupp mit einem Abschlag von 2,9 Prozent. Händler verweisen auf einen enttäuschenden Zwischenbericht der südkoreanischen Posco, des weltweit viertgrößten Stahlherstellers.

Die Aktien der angeschlagenen IKB verloren in der Spitze neun Prozent, nachdem die Mittelstandbank eine Kapitalerhöhung nicht ausschloss. Bis Handelsschluss erholte sich der Kurs aber spürbar und ging mit einem Minus von 1,3 Prozent aus dem Handel.

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