Aktienhandel Frankfurt
Die Luft beim Dax wird dünner

Anleger am deutschen Aktienmarkt haben am Freitag Nerven gezeigt. Der Dax pendelte im Tagesverlauf nervös um den Schlusskurs vom Vortag. Zeitweise fiel der Index um 0,5 Prozent zurück, folgte aber letztlich den Vorgaben von der Wall Street und verabschiedete sich mit einem Plus von 0,77 Prozent auf 8 048,32 Punkten aus dem Handel.

HB FRANKFURT. "Allen ist klar, dass die Luft hier oben dünner wird", beschrieb ein Händler die Stimmung am Markt. "Jetzt stellen sich viele die Frage, ob sie das letzte aus dem Markt rauskitzeln, oder eben ihre Gewinne sichern. Entsprechend nervös ist der Handel." Viele Anleger warteten auch einfach ab. "Es ist Ferienbeginn in einigen Bundesländern, wir hatten in dieser Woche einen Feiertag in den USA", sagte ein anderer Händler. "Wer im ersten Halbjahr gut dabei war, hat jetzt auch gar keinen Druck, was zu machen." Erst mit den Zahlen zum zweiten Quartal bekämen Investoren neue "handfeste Daten" für die Beurteilung des Markts.

Zu den nur drei Verlierern unter den deutschen Standardwerten gehörten die Aktien von Linde mit minus 0,6 und Siemens mit 0,8 Prozent. Beide Titel wurden nach Aussagen von Händlern von Gewinnmitnahmen gedrückt. Die Papiere der Allianz verbilligten sich minimal um 0,04 Prozent.

Die Reihen der Gewinner führten ThyssenKrupp-Aktien mit einem Plus von fast vier Prozent an. Die Analysten von Goldman Sachs hatten den Anlegern die Aktie mit einer Kaufempfehlung schmackhaft gemacht. BMW-Papiere profitierten von guten Absatzzahlen und gehörten mit einem Plus von 2,5 Prozent ebenfalls zu den größten Gewinnern in der ersten Reihe.

Die Aussicht auf den Erhalt der TV-Rechte für die Fußball-Bundesliga trieb die im MDax notierten Premiere-Aktien zeitweise um über sechs Prozent in die Höhe. Analysten erwarten steigende Abonnentenzahlen. "Premiere ohne Fußball geht nicht", sagte ein Händler. "Und jetzt sieht es so aus, als kämen sie wieder ins Spiel." Allerdings sei fraglich, wie viel Premiere dafür zahlen müsste. "Umsonst wird das nicht sein", kommentierte ein Börsianer. Einen Großteil der Kursgewinne konnte die Aktie halten, zum Handelsschluss notierte sie noch fünf Prozent im Plus.

Mit einem Minus von 0,03 Prozent ging die Aktie der Norddeutschen Affinerie aus dem Handel und machte damit ihre Verluste von zeitweise über fünf Prozent fast vollständig wett. Das Geschachere um die belgische Kupferhütte Cumerio hatte sie zuvor belastet. Der österreichische Industrielle Mirko Kovats hatte seine Beteiligung an Cumerio auf eine Sperrminorität aufgestockt. "Kovats hat jetzt alle Karten in der Hand, es sieht nicht so aus, als käme die Norddeutsche bei Cumerio weiter", sagte ein Händler. "Das entwickelt sich immer mehr zu einer Daily Soap", sagte ein anderer Börsianer.

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