Aktienhandel Frankfurt
Finanzwerte ziehen Dax ins Minus

Die schwelende Unsicherheit über das Ausmaß der Krise am US-Hypothekenmarkt hat die Anleger am deutschen Aktienmarkt erneut zu Verkäufen veranlasst. Angeführt von Kursverlusten der Finanzwerte schloss der Dax am Mittwoch 0,75 Prozent tiefer bei 7801 Punkten.

HB FRANKFURT. Der Leitindex Dax schloss am Mittwoch 0,75 Prozent tiefer bei 7 801 Punkten. „Es ist keine Panik am Markt zu spüren“, kommentierte ein Händler, der die Kursverluste vor allem auf Gewinnmitnahmen zurückführte. „Was aber auch etwas drückt, ist die Lage am US-Hypothekenmarkt sowie die Angst vor steigenden Zinsen.“ Seit Tagen belastet die Schieflage zweier Hedgefonds der US-Investmentbank Bear Stearns die Stimmung vor allem an der Wall Street. Anleger befürchten, dass sich die durch Probleme bei zweitklassigen Hypothekenkrediten ausgelöste Krise ausweiten könnte. Die Fonds hatten sich bei der Investition in Kreditderivate verspekuliert.

Enttäuschende US-Konjunkturdaten trübten am Nachmittag die Stimmung der Anleger weiter ein. Der Rückgang der Auftragseingänge im Mai zeige, dass die US-Wirtschaft an Tempo verliere, sagte ein Händler.

Hedgefonds-Krise und Erwartung steigender Zinsen belasten

Die drei größten Verlierer im Dax kamen aus der Finanzbranche. Die Aktien der Postbank, der Deutschen Bank und der Allianz fielen um jeweils rund zwei Prozent. „Das ist die alte Geschichte: Die Krise der beiden Hedgefonds in den USA und die Erwartung steigender Zinsen“, sagte ein Händler.

Gegen den Abwärtstrend stemmten sich SAP, die von guten Geschäftszahlen des Erzrivalen Oracle profitierten. Der US-Softwarekonzern hat im abgelaufenen Geschäftsquartal seinen Gewinn vor allem dank der Produkte von zugekauften Firmen deutlicher als erwartet gesteigert. „Sie scheinen keinen großen Marktanteil gewonnen zu haben, und das ist gut für SAP“, kommentierte ein Händler. SAP-Aktien legten 0,9 Prozent zu und waren damit der größte Gewinner im Dax. Besser als der Gesamtmarkt entwickelten sich auch die Papiere von Adidas, die nahezu unverändert aus dem Handel gingen. Händler führten dies auf die gute Geschäftszahlen des Konkurrenten Nike zurück. Der US-Sportartikelhersteller hat im abgelaufenen Geschäftsquartal seinen Gewinn deutlich gesteigert.

Prosieben-Sat1 nach SBS-Übernahme gefragt

Bei den Werten aus der zweiten Börsenreihe setzten sich die Aktien von ProSiebenSat.1 mit einem Aufschlag von vier Prozent an die Spitze im MDax. Der Münchener Fernsehkonzern will die Sendergruppe SBS für 3,3 Milliarden Euro komplett übernehmen und damit dem Rivalen RTL die Stirn bieten. „Wenn man die Synergien in Betracht zieht, ist der Kaufpreis angemessen“, stellte die WestLB in einem Marktkommentar fest. Die jährlichen Kostensenkungen in Höhe von 80 bis 90 Millionen Euro seien eine positive Nachricht.

Bei den Technologiewerten im TecDax konnte Nordexdie Anleger mit seinen langfristigen Wachstumsaussichten locken. Der Windkraftanlagenbauer will bis 2011 seinen Umsatz auf bis zu vier Milliarden Euro vervielfachen. Zudem will die Bundesregierung nach Reuters-Informationen Ökostrom durch eine massive Ausweitung der Förderung für Windanlagen auf hoher See fördern. Nordex-Aktien gewannen 4,1 Prozent.

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