Aktienhandel Frankfurt
ISM-Index schockt die Anleger

Der Dax ist am Dienstag im Sog der weiter nachgebenden US-Futures deutlich unter die 7000-Punkte-Marke gefallen. Händler verweisen auf den ISM-Index für das Nicht-Verabeitende Gewerbe, der etwas früher als erwartet veröffentlicht wurde, dafür aber um so mehr überraschte. "Das ist der Tropfen, der das Prognosefass zum Überlaufen bringt", urteilte Gabriele Widmann, US-Expertin der Dekabank.

HB FRANKFURT. Geschockt von verschärften Sorgen um die US-Konjunktur ist der deutsche Aktienmarkt am Dienstag kräftig abgerutscht. Der Dax brach um 3,36 Prozent auf 6 765,25 Zähler ein, nachdem der Leitindex am Morgen noch die 7000-Punkte-Marke gestreift hatte. Alle 30 DAX-Werte endeten im Minus. Der MDax mittelgroßer Werte rutschte um 4,59 Prozent auf 8685,33 Zähler ab, der TecDax verlor 4,89 Prozent auf 794,35 Punkte.

"Der Dienstleistungssektor in den USA ist mit einem ISM-Index deutlich unter 50 ganz überraschend auf Rezessionsniveau geknallt. Das hat den weiter unsicheren Aktienmarkt geschockt und unter Druck gebracht", sagte Robert Halver, Leiter Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank. Der Markt müsse erst durch das Tal der Tränen, bis die entschiedenen Zinssenkungen der US -Notenbank frühestens zur zweiten Jahreshälfte wirken. Langfristig bleibe Halver aber optimistisch.

Besonders starke Kursverluste mussten einige Berichtsunternehmen hinnehmen: MAN -Aktien rutschten nach der Bilanz des Nutzfahrzeuge- und Maschinenbaukonzerns als zweitschlechtester Dax-Wert um 8,17 Prozent auf 81,40 Euro ab. Zunächst waren die besser als erwartet ausgefallenen Zahlen für 2007 noch mit Kursgewinnen belohnt worden. Dann belasteten laut Händlern Aussagen zur möglichen Scania-Allianz die Titel, nachdem MAN hier keinen Zeitdruck verspürt.

Im MDax brachen die Papiere von Heidelberger Druck nach einer enttäuschenden Zwischenbilanz am Indexende um 16,34 Prozent auf 16,43 Euro ein. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern, der Überschuss und der Umsatz fielen schlechter aus, als von Experten erwartet.

Anteile an der Hannover Rückversicherung reagierten ebenfalls nur kurzzeitig positiv auf Zahlen und schlossen mit minus 3,19 Prozent bei 29,48 Euro nahe dem Tagestief. Der weltweit viertgrößte Rückversicherer hatte im abgelaufenen Jahr mehr verdient als angekündigt und will die Aktionäre an dem Zuwachs beteiligen.

Auch im TecDax schlossen alle 30 Werte im Minus. Ersol -Titel profitierten von einem positiven Analystenkommentar und hielten sich nach zunächst deutlichen Kursgewinnen mit minus 3,76 Prozent auf 53,81 Euro noch im oberen Indexviertel. Versatel -Aktien stürzten dagegen am Indexende um 12,72 Prozent auf 19,76 Euro ab. Händler konnten keine neuen Nachrichten für den Rutsch verantwortlich machen.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 3,84 (Montag: 3,87) Prozent. Der Rentenindex stieg um 0,07 Prozent auf 117,74 Punkte. Der Bund Future gewann 0,64 Prozent auf 117,31 Punkte. Der Kurs des Euro fiel. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,4688 (1,4829) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,6808 (0,6744) Euro.

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