Aktienhandel Frankfurt: Microsofts Coup belebt den Dax

Aktienhandel Frankfurt
Microsofts Coup belebt den Dax

Nach dem Yahoo -Coup von Microsoft und einer Reihe von US-Konjunkturdaten bleiben die Anleger an der Börse zwischen Bangen und Hoffen hin- und hergerissen. Nach der positiven Aufnahme des Übernahmeangebots sorgten enttäuschende US-Arbeitsmarktdaten rasch wieder für Ernüchterung.

HB FRANKFURT. Der Dax ging zwar mit einem Plus von 1,7 Prozent auf 6 968 Punkten am Freitag aus dem Handel. Doch blieben die Börsianer angesichts des Kurssturzes vom Januar skeptisch. Zur Vorwoche machte der Leitindex gut zwei Prozent gut, was sich gemessen an den bisherigen Jahresverlusten von 15 Prozent aber recht bescheiden ausnimmt.

Die Kaufofferte von Microsoft über fast 45 Mrd. Dollar für den US-Internetkonzern Yahoo weckte am Aktienmarkt kurzfristig die Erinnerung an bessere Zeiten und lieferte vielen Investoren einen guten Grund für den Wiedereinstieg in den Markt. "Das Microsoft -Angebot wurde als Kaufsignal angenommen, da auch andere Unternehmen die Kriegskasse voll haben, und das vor lauter Rezessionsangst derzeit untergeht", sagte ein Händler. Doch sorgte das Auf- und Ab an der Wall Street, wo das Wohl und Weh der Anleiheversicherer derzeit den Takt vorgibt, für zeitweise deutliche Schwankungen in Frankfurt.

Der völlig überraschende Einbruch am US-Arbeitsmarkt schürte die Rezessionsängste und bremste den Dax, der zeitweise über 7 000 Punkte geklettert war. Erstmals seit August 2003 waren in einem Monat in den USA Stellen abgebaut worden. Analysten hatten mit einem Stellenzuwachs gerechnet. Einige fürchten nun, die weltgrößte Volkswirtschaft stehe am Rande einer Rezession.

"Ein Eigenleben hat die Börse hier nicht", klagte ein Händler. "Heute haben sich aber vor allem die Werte erholt, die zuletzt besonders schwach gewesen waren." Nach der Ankündigung eines Aktienrückkaufprogramms griffen die Investoren vor allem bei ThyssenKrupp ordentlich zu und trieben den Kurs um sechs Prozent in die Höhe. Der Konzern will bis Mitte Juli 2009 bis zu 15,8 Mill. eigene Aktien zurückkaufen und damit seine Position im Übernahmewettlauf der Stahlbranche stärken.

Infineon profitierten vom Interesse der Anleger an der Speicherchiptochter Qimonda und legten sechs Prozent zu. Zu den größten Gewinnern gehörten auch die Aktien des Pharma- und Spezialchemiekonzerns Merck, die nach einer Analystenempfehlung 3,7 Prozent zulegten. Ebenfalls gefragt waren die Daimler -Aktien mit einem Plus von 2,6 Prozent. Händler verwiesen darauf, dass die Titel des Autobauers seit Jahresbeginn noch mehr als der Dax verloren hat. MAN gewannen vier Prozent und machten damit ihre Vortagesverluste wieder wett.

Die zuletzt arg gebeutelten Finanztitel erholten sich etwas. Commerzbank legten 4,6 Prozent, Deutsche Bank drei Prozent und Allianz - Mutterkonzern der Dresdner Bank - 1,5 Prozent zu. "Eine Entwarnung würde ich noch nicht geben", gab sich ein Händler aber skeptisch. Die Deutsche Bank wird nächste Woche ihren Zwischenbericht vorlegen, die Commerzbank die Woche darauf.

Auch die Nebenwerte holten wieder auf. Der MDax stieg um 3,3 Prozent auf 9 003 Punkte, der TecDax um 4,5 Prozent auf 825 Zähler. "Vor allem Werte, die zuletzt stark geprügelt wurden, legten zu", sagten Händler. So stiegen Praktiker um zehn Prozent und Hugo Boss um neun Prozent. Im TecDax ragten Singulus mit einem Aufschlag von 15,7 Prozent heraus, nachdem der Spezialmaschinenbauer sich durch die Übernahme seines Hauptkonkurrenten im zukunftsträchtigen Blu-ray-Geschäft zum Marktführer aufschwingt.

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