Aktienhandel Frankfurt
Schwacher Dax, noch schwächerer MDax

Angesichts anhaltender Unsicherheit über das Ausmaß der US-Immobilienkrise haben die Anleger am deutschen Aktienmarkt am Dienstag Kasse gemacht. Während der Dax nur leicht nachgab, fiel das Minus beim MDax deutlich größer aus. Ernüchterung machte sich bei den Stahlhändlern nach den Zahlen von Thyssen-Krupp breit.

HB FRANKFURT. Der Dax verlor 0,4 Prozent auf 7 808 Punkte. "Die Enttäuschung über Thyssen-Krupp tat ein übriges", kommentierte ein Händler. Thyssen-Krupp verfehlte trotz eines Rekordgewinns die Erwartungen von Analysten und verdarb den Anlegern mit seinem verhaltenen Ausblick zusätzlich die Laune. Der Aktienkurs brach um sechs Prozent ein. Gestützt wurde der Dax hingegen von Kursgewinnen der Aktien von Energie- und Pharmakonzernen, die weniger abhängig von der Konjunkturentwicklung sind.

Der MDax fiel um 1,3 Prozent auf 9 682 Punkte, der TecDax um 1,6 Prozent auf 946 Zähler. Auch die meisten europäischen Indizes verloren deutlich mehr als der deutsche Leitindex. "Das spiegelt die Stimmung viel besser wider als der Dax", sagte ein Händler. "Viele blicken mit Sorge über den großen Teich und fragen sich, was da noch kommen könnte und wie sich das auf die Konjunktur hierzulande auswirken wird." Der französischer Notenbankpräsident Christian Noyer sprach von einem "großen Schock", den die Märkte verarbeiten müssten. Angesichts solcher Äußerungen mache sich wieder Ernüchterung breit, sagte ein Händler.

Dazu trug auch die Bilanzvorlage von ThyssenKrupp bei. "Während der Umsatz leicht über unseren Erwartungen lag, blieb das Vorsteuerergebnis weit hinter unserer Schätzung zurück", urteilte LBBW-Analystin Alexandra Hauser. Die Aktien von Thyssen-Krupp fielen um sechs Prozent auf 37,61 Euro. In diesen Sog gerieten im MDax die Aktien des Stahlhändlers Klöckner & Co mit einem Abschlag von 6,6 Prozent und die von Salzgitter mit einem Minus von 5,4 Prozent.

Im Dax zählten zudem die Aktien von Continental mit einem Abschlag von 3,7 Prozent zu den Schlusslichtern. Die Ratingagentur Fitch senkte nach der Übernahme der Siemens-Sparte VDO ihre Bonitätsbewertung für den Autozulieferer. Die Autowerte Daimler, VW und BMW verloren je etwa zwei Prozent.

Neue Spekulationen auf ein Interesse des Schweizer Pharmariesen Novartis an Bayer trieben die Aktien des Leverkusener Konzerns um 1,6 Prozent in die Höhe. Bayer und Novartis lehnten Stellungnahmen ab. Händler zeigten sich skeptisch und verwiesen auf ähnliche Gerüchte, die schon im Sommer die Runde gemacht hatten.

Eine wichtige Stütze für den Dax waren auch Eon mit einem Plus von 1,2 Prozent, RWE mit einem Aufschlag von 1,8 Prozent und die T-Aktien, die um ein Prozent stiegen. Die Gerichtsentscheidung über den Vertrieb des iPhones von Apple stützte den Kurs der Telekom zusätzlich, hieß es am Markt.

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