Aktienhandel Frankfurt
Sprudelnde Gewinne treiben den Dax

Starke Unternehmenszahlen großer Unternehmen haben die Anleger am deutschen Aktienmarkt in Kauflaune versetzt. Die Siemens-Aktie ging auf eine Berg- und Talfahrt, letztlich überwogen die Käufe aber deutlich die Verkäufe. Im TecDex ging ein Papier in den Steigflug, dessen Besitzer seit längerem nur wenig Freude an ihren Aktien hatten.

HB FRANKFURT. Der Dax überwand am Donnerstag zum ersten Mal seit mehr als sechs Jahren die Marke von 7400 Punkten und kletterte in der Spitze bis auf 7412,5 Zähler. Er lag damit weniger als zehn Prozent unter dem Rekordhoch aus dem Boomjahr 2000 von 8136 Punkten. Den Handel beendete der Dax 0,6 Prozent im Plus bei 7387 Stellen.

"Die ganze Zeit hören wir, dass die Wirtschaft brummt, und die Unternehmen belegen das inzwischen auch mit Zahlen", erklärte ein Händler die rege Nachfrage. Auch bei Werten aus der zweiten Börsenreihe griffen die Anleger zu. Der Nebenwerteindex MDax erklomm mit einem Plus von einem Prozent auf 10 792 Zähler ein Allzeithoch. Der Kleinwerteindex SDax lag mit 6460 Stellen ebenfalls so hoch wie noch nie.

Ein überraschend starker Gewinnanstieg im Quartal verhalf der Aktie von Bayer zu einem zeitweiligen Kursanstieg von knapp vier Prozent auf 52,75 Euro. Damit notierten die Titel des Chemie- und Pharmakonzerns so hoch wie seit sechs Jahren nicht mehr. "Das Unternehmen hat ultrastarke Zahlen zum ersten Quartal vorgelegt", kommentierte die WestLB die Geschäftslage. Im weiteren Verlauf gaben die Papiere jedoch wieder einen Teil der Gewinne ab und schlossen 1,1 Prozent im Plus.

Auch die Commerzbank begeisterte die Anleger unter anderem dank des Börsenbooms mit einem höher als erwarteten Quartalsgewinn. Die Titel stiegen um 1,9 Prozent. "Wenn schon eine Commerzbank so von dem Marktumfeld profitiert, dann stellt sich die Frage, was das erst für die Schweizer Institute oder eine Deutsche Bank bedeutet", sagte Analyst Dirk Becker von Kepler Equities.

Neu aufkommende Spekulationen über einen Verkauf der Postbank durch den Mutterkonzern Deutsche Post sorgten für Gesprächsstoff auf dem Börsenparkett. "Bei der Postbank gibt es neue Gerüchte, dass die Post ihren Anteil doch veräußern könnte", sagte ein Händler. Die Papiere der Postbank verteuerten sich um 3,7 Prozent, die Titel der Post schossen sogar um 4,2 Prozent nach oben und damit an die Spitze im Dax. "Wir bleiben bei unserer Position, die Postbank steht nicht zum Verkauf", sagte eine Post-Sprecherin am Donnerstagabend.

Nach anfänglichen Kursverlusten drehte die Aktie von Index-Schwergewicht Siemens im Verlauf und schlossen 1,3 Prozent im Plus. Konzernchef Klaus Kleinfeld, der den Technologieriesen demnächst verlassen wird, überraschte die Börse mit der Nachricht, dass alle mittelfristigen Renditeziele zum Quartal erreicht wurden. "Die Zahlen waren sehr gut, das muss man einfach anerkennen", sagte ein Händler. "Langfristig ist es aber nicht gut, dass es in dem Konzern jetzt ein Machtvakuum gibt. Vieles wird davon abhängen, wie schnell sie neue Topmanager finden können."

Auf der Verliererseite standen die Papiere des Chemieriesen BASF trotz steigender Quartalsgewinne mit einem Abschlag von 1,9 Prozent ganz oben. Börsianer attestierten BASF ein starkes Auftaktquartal und führten den Kursrückgang auf Gewinnmitnahmen zurück. Auch die Lufthansa konnte trotz steigender Quartalsgewinne die Anleger nicht von Aktienverkäufen abhalten. Die Papiere der Fluggesellschaft verloren 0,9 Prozent.

Im Nebenwerteindex MDax feierten Anleger die Übernahme der Internet-Apotheke Doc Morris durch Celesio. Der Kurs des Pharmahändlers schnellte um 7,8 Prozent nach oben. Im TecDax ragten die Papiere von Medion mit einem Anstieg von zehn Prozent heraus. Der Elektronikgroßhändler konnte dank massiver Kostensenkungen sein Ergebnis im Auftaktquartal auf niedrigem Niveau stabilisieren.

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