Aktienhandel Frankfurt
US-Skepsis setzt Dax unter Druck

Skeptische Aussagen von US-Notenbank-Chef Ben Bernanke zur US-Wirtschaft haben die Anleger am deutschen Aktienmarkt zu Gewinnmitnahmen veranlasst. Der Fed-Chef warnte, die Abkühlung des US-Häusermarktes werde das Wachstum der weltgrößten Volkswirtschaft länger bremsen als erwartet. Zudem hielten Übernahmegerüchte den deutschen Aktienmarkt in Bewegung.

HB FRANKFURT. Daraufhin rutschte der Dax zeitweise unter 7900 Punkte - dabei hatte er am Morgen noch bis auf 7996 Punkte zugelegt. Letztlich ging der Dax aber über seinem Tagestief mit einem Abschlag von 0,7 Prozent bei 7919 Punkten aus dem Handel.

Der Markt sei sehr nervös, sagten Börsianer. Ein Rücksetzer sei aber nach dem deutlichen Anstieg der vergangenen Monate, der den Dax am Montag noch bis auf 8010 Punkte trieb, nur gesund. Viele Händler erwarten, dass der Dax bald wieder seinen Aufstieg fortsetzt. "Das sind kurzfristige Ausschläge", sagte einer. "Es könnte zwar noch einmal einen kleinen Zucker nach unten geben, aber mit größeren Ausreißern nach unten rechne ich in dieser Woche nicht mehr", sagte auch Händler Ascan Iredi von der Postbank. Seiner Meinung nach wird der Dax in den kommenden Tagen die Marke von 8000 Punkten zurückerobern.

Auf der Verliererseite standen unter anderem die Automobilwerte: DaimlerChrysler und BMW verloren jeweils rund ein Prozent, nachdem die jüngsten Absatzzahlen enttäuschten, wie ein Händler sagte. MAN büßten etwa zwei Prozent ein. Die deutlichsten Abschläge verbuchte am Dienstag jedoch die Lufthansa-Aktie, die um 2,4 Prozent zurückfiel. "Gewinnmitnahmen", hieß es dazu von Händlern.

Daneben sorgten besonders Gerüchte für Bewegung am deutschen Aktienmarkt. So stiegen die Titel der Commerzbank zwischenzeitlich um mehr als zwei Prozent und behaupteten zu Handelsschluss mit einem Aufschlag von 0,7 Prozent auf 37,27 Euro die Spitzenposition im Dax. Händler verwiesen zur Begründung der Kursgewinne auf Gerüchte, nach denen die Citigroup angeblich 45 Euro je Commerzbank-Aktie bieten will. Beide Institute lehnten eine Stellungnahme dazu ab.

Auch Bayer verdankten ihr Plus von zuletzt noch 0,3 Prozent zumindest teilweise Gerüchten. "Auch hier gibt es vage Spekulationen, dass sich eine Beteiligungsgesellschaft für Bayer oder für Teile des Konzerns interessieren könnte", sagte ein Händler. Ein weiterer Börsianer führte als Grund für den Kursanstieg auch positive Studiendaten zu einem Krebsmedikament an.

Die Altana-Aktie zählte ebenfalls zu den wenigen Gewinnern. Das Papier wies zu Handelsschluss einen Kursgewinn von 0,4 Prozent auf. Am Vormittag hatte der Titel sogar mit deutlichem Abstand die Reihen der Gewinner angeführt - ohne dass es einen Grund dafür gegeben hätte. Im Gegenteil: Viele Börsianer gehen fest davon aus, dass die Aktie zum 18. Juni ihren Platz in der ersten Reihe freimachen muss. "Vielleicht ist das jetzt die Abschiedsparty", sagte ein Händler. Der Arbeitskreis Aktienindizes der Deutschen Börse wollte am Abend über die Zusammensetzung der Indizes beraten, die Entscheidungen werden dann zum 18. Juni umgesetzt. Der Rutsch von Altana in den MDax gilt dabei unter Experten als sicher. Den Platz von Altana dürfte die Aktie des Darmstädter Chemiekonzerns Merck einnehmen. Deswegen hätten sich vermutlich Fonds mit dem Merck-Papier eingedeckt, begründeten Börsianer die Verteuerung der Aktie um 5,5 Prozent auf 104,28 Euro.

Im MDax ebenfalls gefragt waren Papiere des Immobilienfinanzierers Aareal, die nach einer Brokerempfehlung um gut zwei Prozent zulegten. Ein positiver Analystenkommentar war auch für das Kursplus von mehr als sieben Prozent bei der im TecDax gelisteten Aktie des Solarunternehmens Conergy verantwortlich. Auch die anderen Solarwerte zogen daraufhin an.

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