Aktienhandel New York
Boeing belastet US-Standardwerte

Die Ankündigung von Boeing, den 787 „Dreamliner“ erst später als geplant ausliefern zu können, hat den Anlegern an der Wall Street gründlich die Stimmung verdorben. Schon zuvor hatte eine Reihe von Gewinnwarnungen zum Auftakt der US-Berichtssaison für Unmut gesorgt. Der Leitindex Dow Jones schloss in Folge dessen am Mittwoch deutlich im Minus.

HB NEW YORK. Der Dow-Jones-Index schloss 0,61 Prozent tiefer bei 14 078 Punkten. Im Verlauf hatte er zwischen 14 009 und 14 165 Stellen gependelt. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 0,17 Prozent auf 1562 Zähler. Die noch deutlich unter ihren Höchstständen notierende Nasdaq zeigte sich hingegen von dem eher enttäuschenden Start in die Berichtssaison unbeeindruckt und beendete den Handel 0,27 Prozent höher bei 2811 Punkten.

Der Airbus-Konkurrent kündigte an, die Erstauslieferung seines Hoffnungsträgers 787 Dreamliner wegen Problemen in der Fertigung um sechs Monate zu verschieben. Den Erstflug des Dreamliner peilt Boeing nun für das erste Quartal 2008 an, die ersten Auslieferungen für November oder Dezember kommenden Jahres. Die Investoren straften den Konzern dafür ab - die Aktien verbilligten sich um 2,7 Prozent auf 98,68 Dollar.

Die Nachricht zog nicht nur Boeing-Aktien deutlich nach unten, sondern belastete auch die Papiere von Zulieferern. Anteilsscheine von Spirit Aerosystems büßten 6,4 Prozent auf 35,92 Dollar ein. Der Konzern stellt Teile für den Flugzeugrumpf und die Tragflächen her.

Schon zuvor hatten Experten von einer großen Unsicherheit am Markt gesprochen. Die Anleger schauten den Quartalszahlen mit Nervosität entgegen, sagte etwa Joe Saluzzi von Themis Trading.

Der Aluminiumriese Alcoa hatte am Dienstag nach Börsenschluss traditionell als erster Großkonzern seine Bilanz vorgelegt und darin einen Gewinnanstieg für das dritte Quartal ausgewiesen, konnte aber offenbar nicht überzeugen. Einige Banken reduzierten bereits ihre Alcoa-Gewinnprognosen für das vierte Quartal beziehungsweise das Preisziel für die Aktien. Die Anteilsscheine verloren daraufhin 2,5 Prozent auf 38,73 Dollar.

Die Papiere des US-Ölkonzerns Chevron verzeichneten einen Abschlag von 0,8 Prozent auf 92,08 Dollar. Das Unternehmen hatte am Dienstagabend mitgeteilt, es habe im Sommerquartal deutlich weniger verdient als noch im Frühjahr. Dies drückte zumindest zeitweise auch den Kurs des Rivalen Exxon Mobil.

Der Papierhersteller International Paper kündigte einen überraschend niedrigen Gewinn an, seine Aktien büßten 2,4 Prozent an Wert ein und lagen im späten Handel bei 36,18 Dollar.

An der Nasdaq zogen vor allem Google-Papiere das Interesse der Anleger auf sich, sie stiegen um 1,7 Prozent auf 625,39 Dollar. Berichten zufolge hat Merrill Lynch das Preisziel für die Papiere auf 740 Dollar angehoben.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,16 Mrd. Aktien den Besitzer. 1572 Werte legten zu, 1720 gaben nach und 117 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,94 Mrd. Aktien 1388 im Plus, 1538 im Minus und 140 unverändert. An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen im späten Handel 1/32 auf 100-25/32. Sie rentierten mit 4,647 Prozent. Die 30-jährigen Bonds verloren 1/32 auf 102-04/32 und hatten eine Rendite von 4,864 Prozent.

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