Aktienhandel New York
US-Börsen legen nach Zinsentscheid deutlich zu

Die US-Börsen haben mit Kursgewinnen auf den Zinsentscheid der Notenbank Fed am Mittwoch reagiert. Diese hatte den Leitzins unverändert bei 5,25 Prozent belassen. Zwar warnte die Notenbank erneut vor Inflationsrisiken, sie verzichtete aber diesmal auf den Hinweis, eine weitere Zinserhöhung könne nötig sein. Händler sahen darin einen Hinweis, die Fed könnte nun eher zu einer Zinssenkung neigen.

rtr NEW YORK. Der Dow-Jones-Index schloss mit 1,3 Prozent im Plus bei 12 447 Punkten. Im Handelsverlauf pendelte er zwischen 12 480 und 12 263 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 kletterte um 1,71 Prozent auf 1435 Zähler. Der Technologie-Index Nasdaq gewann 1,98 Prozent auf 2455 Stellen. Zur guten Stimmung trugen auch eine Reihe von guten Quartalszahlen bei, wie etwa ein Rekordgewinn bei der Investmentbank Morgan Stanley.

Die Fed erklärte in ihrem Beschluss, dass die US-Wirtschaft in den kommenden Quartalen wahrscheinlich weiter moderat wachsen werde. „Dies Äußerungen bringen die Möglichkeit einer Zinssenkung wieder ins Spiel, und darüber ist der Markt sehr glücklich“, sagte Händler Giri Cherukuri von Oakbrook Investments. Michael Moran, Chefvolkswirt bei Daiwa Securities America, sah in dem Fed-Verweis auf eine anhaltende Bereinigung am Immobilienmarkt einen Hinweis darauf, dass die Notenbank die Probleme am US-Hypothekenmarkt für Kreditnehmer mit geringer Bonität - das so genannte Subprime-Segment - aufmerksam beobachten wird. Zuletzt wuchs die Sorge, die Krise am US-Hypothekenmarkt könnte auch andere Hypothekenbereiche und damit die gesamte US-Konjunktur in Mitleidenschaft ziehen.

Vor dem Zinsentscheid zeigten sich die Anleger in New York abwartend, danach zogen die Kurse deutlich an. Zu den Gewinnern am Markt zählten die Aktien des SAP-Konkurrenten Oracle. Sie legten 3,5 Prozent auf 18,17 Dollar zu, nachdem der Software-Konzern im Quartal Gewinn und Umsatz stärker gesteigert hatte als erwartet. Grund waren vor allem bessere Verkäufe neuer Softwarelizenzen. Auch die Papiere des Software-Anbieters Adobe kletterten kräftig, und zwar um rund 6,3 Prozent auf 43,30 Dollar. Der Konzern hatte trotz gesunkener Umsätze seinen Gewinn im ersten Geschäftsquartal überraschend stark gesteigert. „Die Anleger werden zuversichtlicher, dass dieses Jahr ein gutes Jahr für den Technologiebereich werden könnte“, sagte Mike Binger von Thrivent Financial.

Kursgewinne verzeichneten auch die Papiere von Morgan Stanley. Die nach Marktkapitalisierung zweitgrößte Investmentbank der Welt steigerte ihren Gewinn im ersten Quartal um 60 Prozent. Damit erzielte sie ungeachtet der Sorgen um den US-Hypothekenmarkt und teils schwächelnder Aktienmärkte wie ihr Konkurrent Goldman Sachs ein Rekordergebnis. Ihre Aktien zogen um 6,8 Prozent an auf 81,33 Dollar. Unter Druck standen indes Fedex-Aktien, die knapp 1,2 Prozent auf 110,99 Dollar nachgaben. Der Paketzusteller hatte zuvor über einen Gewinnrückgang berichtet und zudem erklärt, seine Ziele 2008 möglicherweise zu verfehlen, sollte die US-Wirtschaft weiter in dem derzeit nur mäßigen Tempo wachsen.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,63 Mrd. Aktien den Besitzer. 2748 Werte legten zu, 581 gaben nach und 126 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,19 Mrd. Aktien 2255 im Plus, 764 im Minus und 143 unverändert. An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 04/32 auf 100-21/32. Sie rentierten mit 4,540 Prozent. Die 30-jährigen Bonds fielen um 05/32 auf 100-15/32 und hatten eine Rendite von 4,720 Prozent.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%