Aktienhandel New York
US-Börsen: Verluste durch Zweifel an Zinssenkung

Zweifel über eine bevorstehende Zinssenkung der US-Notenbank und mit Enttäuschung aufgenommene Zahlen des Börsenschwergewichts Procter & Gamble haben der Wall Street am Dienstag Kursverluste beschert. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,56 Prozent tiefer bei 13 792 Punkten. Es gibt einen weiteren Grund für die negative Entwicklung.

HB NEW YORK. Im Verlauf hatte der Dow Jones sich zwischen 13 869 und 13 778 Punkten bewegt. Der breiter gefasste S&P-500-Index verlor 0,65 Prozent auf 1531 Zähler. Der Nasdaq-Composite legte nur zeitweise zu und ging schließlich mit einem leichten Minus von 0,03 bei 2816 Stellen aus dem Handel.

"Es gibt einige Unsicherheit darüber, was die Fed morgen tun wird und das belastet den Markt", fasste Bucky Hellwig von Morgan Asset Management die Stimmung auf dem Parkett mit Blick auf die Fed-Entscheidung am Mittwoch zusammen. In der vergangenen Woche hatten die US-Märkte noch Gewinne verbucht, da allgemein mit einer Zinssenkung gerechnet wurde.

In einem am Dienstag veröffentlichten Artikel des "Wall Street Journal" erhielt diese Hoffnung jedoch einen Dämpfer: Der Fed-Experte des Blattes sah eine Senkung um 25 Basispunkte auf 4,5 Prozent keineswegs als sicher an. Analysten warnten in diesem Zusammenhang vor Enttäuschungen. "Selbst wenn die Zinsen um 25 Basispunkte gesenkt werden - wir haben den Markt mit Erwartungen derart nach oben bewegt, da käme ein Abschwung nicht überraschend", sagte Peter Dunay von Leeb Capital Management.

Aktien von Procter & Gamble verloren gut vier Prozent auf 68,95 Dollar. Der Konsumgüterkonzern hat seinen Gewinn im Quartal zwar deutlich gesteigert, den Markt aber mit seinem Ausblick enttäuscht. Auch Papiere der Investmentbank Merrill Lynch zählten zu den Verlierern, sie büßten 2,8 Prozent auf 65,56 Dollar ein. Das Geldhaus hat am Dienstag den Abgang seines Chefs Stan O'Neal bekanntgegeben, nachdem darüber bereits seit Tagen spekuliert worden war. Ein Nachfolger steht indes noch nicht fest.

Dagegen griffen die Investoren bei Anteilsscheinen von Google zu, die um 2,3 Prozent auf 694,77 Dollar zulegten. In einem Medienbericht hatte es zuvor geheißen, der Internetkonzern wolle schon bald eine eigene Handy-Software vorstellen. Auch Zugewinne bei Apple stützen die Nasdaq: Die Aktien des Unternehmens verteuerten sich um gut ein Prozent auf 187,00 Dollar. Nach eigenen Angaben verkaufte Apple bislang mehr als zwei Mill. seines neuen Betriebssystems "Leopard".

Keine positiven Impulse bekam der Markt von den Daten zum Verbrauchervertrauen in der weltgrößten Volkswirtschaft. Es fiel im Oktober überraschend deutlich auf den niedrigsten Stand seit zwei Jahren. Dies sorgte vor dem bevorstehenden Weihnachtsgeschäft für Unmut unter den Marktteilnehmern.

Der Preis für US-Rohöl fiel nach dem Höhenflug am Montag zeitweise um fast vier Prozent auf unter 90 Dollar je Barrel (159 Liter). Dies zog die Titel großer Energiekonzerne in Mitleidenschaft.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,22 Mrd. Aktien den Besitzer. 1207 Werte legten zu, 2014 gaben nach und 115 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,15 Mrd. Aktien 1107 im Plus, 1805 im Minus und 137 unverändert. An den US-Kreditmärkten lagen die zehnjährigen Staatsanleihen im späten Handel unverändert bei 102-28/32. Sie rentierten mit 4,383 Prozent. Die 30-jährigen Bonds verloren 4/32 auf 105-06/32 und hatten eine Rendite von 4,674 Prozent.

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