Aktienhandel New York
Wall Street von Fed-Entscheid nur kurz belastet

Die US-Börsen haben den Handel am Dienstag nach dem Zinsentscheid der US-Notenbank doch noch mit leichten Kursgewinnen beendet. Unmittelbar nach der Erklärung der Fed, die den Leitzins wie erwartet unverändert bei 5,25 Prozent beließ, waren die führenden Indizes noch deutlich ins Minus gerutscht.

HB NEW YORK. Zunächst gab es am Markt keine einheitliche Interpretation der Zins-Erklärung, was zu der Berg- und Talfahrt an der Wall Street mit beigetragen haben könnte. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss um 0,26 Prozent fester bei 13 504 Punkten. Im Verlauf hatte er sich zwischen 13 347 und 13 608 Stellen bewegt. Der breiter gefasste S&P-500 legte 0,62 Prozent zu auf 1 476 Zähler und die Nasdaq kletterte um 0,56 Prozent auf 2 561 Stellen.

Zunächst war die Fed-Erklärung so gedeutet worden, dass es steigende Risiken für das Wachstum der US-Wirtschaft gebe. Demnach deutete die Notenbank auch an, es könne für Verbraucher und Firmen im Zuge der jüngsten Hypothekenkrise schwieriger werden, an Kredite zu gelangen. Dies schürte am Markt Sorgen, Konzerngewinne könnten leiden. Später ging die Interpretation eher dahin, dass die Fed nach wie vor ein moderates Wirtschaftswachstum sehe - und dies trotz der schwierigeren Bedingungen bei den Krediten. Die Notenbank werde zwar die Kreditmärkte genau beobachten, ihre Zinsentscheidungen aber weiter hauptsächlich von der Inflation und dem Wachstum abhängig machen, lautete die Lesart der Erklärung am Markt.

Erneut standen an der Wall Street Aktien von Finanzkonzernen unter Druck. Grund dafür waren weitere Auswirkungen der US-Hypothekenkrise. Der Hypotheken-Anbieter Luminent Mortgage Capital hatte bekannt gegeben, seine Quartalsdividende auszusetzen und nach Möglichkeiten zur Steigerung seiner Liquidität zu suchen. Die Aktien wurden vom Handel ausgesetzt, brachen außerbörslich aber ein.

Papiere von Warner Music gaben 10,3 Prozent auf 9,89 Dollar nach. Der Musikkonzern leidet unter sinkenden CD-Verkäufen und weitete seinen Verlust im Quartal aus.

Der Mischkonzern Tyco konnte seinen operativen Gewinn nach seiner Aufspaltung steigern und übertraf die Prognosen. Die Titel verloren dennoch 1,2 Prozent auf 47,44 Dollar.

Die Aktien von Virgin Media fielen um ein Prozent auf 23,48 Dollar, weil die US-Kreditkrise derzeit Interessenten von einer angestrebten Übernahme des Unternehmens abhält.

Playboy-Aktien stiegen hingegen um 5,2 Prozent auf 10,81 Dollar. Der Verlag hat dank eines Wachstums in internationalen TV- und Online-Geschäft wieder schwarze Zahlen geschrieben. Das gleichnamige Männermagazin und Flaggschiff der Firma litt aber unter geringeren Werbeeinnahmen und gesunkenen Absatzzahlen.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 2,24 Mrd. Aktien den Besitzer. 1 907 Werte legten zu, 1 412 gaben nach und 101 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,72 Mrd. Aktien 1722 im Plus, 1 305 im Minus und 98 unverändert.

An den US-Kreditmärkten verloren die zehnjährigen Staatsanleihen im späten Handel 09/32 auf 97-27/32. Sie rentierten mit 4,778 Prozent. Die 30-jährigen Bonds gaben 10/32 nach auf 97-07/32 und hatten eine Rendite von 4,930 Prozent.

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