Aktienhandel
Schweizer Aktienmarkt kann dickes Plus vorweisen

Der Schweizer Aktienmarkt hat nach ein paar schwächeren Tagen am Donnerstag wieder einmal für positive Schlagzeilen gesorgt. Verschiedene Titel profitierten nach den Kursschwächen der letzten Tage von einer scharfen technischen Erholung und schlossen deutlich höher.

dpa-afx ZÜRICH. Der Schweizer Aktienmarkt hat nach ein paar schwächeren Tagen am Donnerstag wieder einmal für positive Schlagzeilen gesorgt. Verschiedene Titel profitierten nach den Kursschwächen der letzten Tage von einer scharfen technischen Erholung und schlossen deutlich höher. Nebst den im Anschluss an gute Halbjahreszahlen und den angekündigten Chefwechsel gesuchten Roche zogen auch Nestle und Novartis den Gesamtmarkt nach oben.

Der Markt konnte die Gewinne allerdings nicht ganz halten und verlor mit Eröffnung der US-Aktienbörsen etwas an Terrain. Ein bestimmten Grund dafür habe es nicht gegeben, sagte ein Händler. Aber die Euphorie sei im Verlaufe des Tages etwas zu groß gewesen, so dass viele Marktteilnehmer am Nachmittag ihre Gewinne ins Trockene gebracht hätten. Gegen Schluss habe zudem die Platzierung eines größeren UBS -Paketes den Markt noch etwas weiter nach unten gezogen.

Der SMI schloss um 17.30 Uhr 115,24 Punkte oder 1,27 Prozent fester mit 9 189,31 Punkten (Tageshoch bei 9 278,56), der 30 Titel umfassende SLI stieg um 1,35 Prozent auf 1 420,00 Stellen. Der breiter gefasste SPI gewann 1,24 Prozent auf den Stand von 7 520,41 Zählern.

Der Pharmakonzern Roche (GS +2,9 Prozent auf 220,50 Schweizer Franken, Tageshoch 225,00 Franken) vermochte mit seinen Halbjahreszahlen die Investoren zu überzeugen. Dabei wurde vor allem die weiter verbesserte Ertragskraft in der Pharma-Sparte hervorgehoben. Als einziger Wermutstropfen wurden die hinter den Erwartungen zurückgebliebenen Verkäufe von Herceptin und Avastin bezeichnet. Mindestens ebenso viel zu reden gab allerdings die überraschende Ankündigung eines Führungswechsels an der nächsten Generalversammlung. Insgesamt blieben auch hier die positiven Punkte im Vordergrund. Roche wechsle im Gegensatz zu Novartis zu einem Zeitpunkt der Stärke den Chef aus, hieß es etwa. Trotzdem legte auch Novartis heute deutlich zu (+1,7 Prozent auf 65,20 Franken).

Swatch (I: +5,6 Prozent auf 379,25 Franken; N: +4,4 Prozent auf 72,80 Franken) profitierten von einer positiven Unternehmensstudie der UBS und erreichten neue Allzeithochs. Die Großbank hatte die Kaufempfehlung bestätigt und das Kursziel um zehn Prozent auf 440 Franken erhöht. Dies dank dem politischen Entscheid des Verbandes der Schweizerischen Uhrenindustrie, die Marke "Swiss Made" zu stärken und besser zu schützen. Zudem unterstützen die jüngsten Daten zu den Uhrenexporten, die für den Juni einen anhaltend starken Wachstumstrend ausweisen.

Sehr stark zeigten sich Nestle (+2,2 Prozent auf 474,25 Franken). Marktteilnehmer verwiesen auf eine Empfehlung der US-Bank JP Morgan, von den Aktien von Unilever in diejenigen von Nestle umzusteigen. Zudem habe die holländische ING-Gruppe die Nestle-Titel in ihre Fokus-Liste aufgenommen. Wenig Kursrelevanz wurde hingegen einem Zeitungsbericht beigemessen, wonach Pepsico diesen Frühling Nestle wegen einer Fusion zu einem Mega-Nahrungsmittelkonzern angegangen sei.

Ebenfalls dank einer technischen Erholung auf die starken Verluste im Nachgang der Halbjahreszahlen am Montag stiegen SGS um 2,3 Prozent auf 1 457 Franken. Der Titel war zuletzt drei Tage hintereinander deutlich gefallen.

Am Ende der Tabelle lagen zum Schluss die Bankenwerte UBS (-1,0 Prozent auf 71,85 Franken) und CS (-0,9 Prozent auf 86,70 Franken), die damit als einer der wenigen Titel den Abwärtstrend der vergangenen Tage fortsetzten. Marktteilnehmern zufolge lastet der "Hedge Fonds Blues" weiterhin auf den Papieren. Am Morgen hieß es in der Finanzpresse, die CS dürfte besonders stark von möglichen Verlusten betroffen sein. Die Aktien der UBS gerieten erst am Schluss deutlich unter Druck. Marktkreisen zufolge hat die Deutsche Bank 35 Mill. Titel (rund 1,7 Prozent der UBS -Aktien) bei institutionellen Investoren platziert.

Am breiten Markt waren Acetlion nach den Halbjahreszahlen mit einem Plus von 12,5 Prozent herausragend. Das Ergebnis hat die Markterwartungen klar übertroffen, und auch der Verlust im Zusammenhang mit der Akquisition der amerikanischen Cotherix fiel geringer aus als befürchtet. Zudem hat Actelion den Ausblick auf das Gesamtjahr erneut angehoben.

Sehr gefragt waren außerdem Villars Holding (+10,3 Prozent), Titlisbahnen (+7,5 Prozent) oder Spirt Avert (+5,2 Prozent). Arpida (+5,0 Prozent) wurden durch die Nachricht einer Akquisition gestützt. Wieder deutlich im Plus nach ein paar Tagen Gewinnmitnahmen waren heute auch wieder Meyer Burger (+4,9 Prozent).

Logitech (-1,3 Prozent) litten unter den schwächer als erwartet ausgefallenen Halbjahresdaten. Der Hersteller von Computerzubehör hatte mit seinen Erstquartalszahlen die Markterwartungen verfehlt. Allerdings wurde trotz Wachstumsverlangsamung und Gewinneinbruch der Ausblick bestätigt. Die Aktie stand vor allem zu Handelsbeginn stark unter Druck, am Nachmittag seien vor allem die US-Investoren auf tieferem Niveau wieder eingestiegen.

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