Aktienmärkte
Finanzsektor im Fokus der Europa-Börsen

Die europäischen Aktienmärkte haben sich am Mittwoch fest entwickelt. Händler verwiesen auf starke Konjunkturdaten aus China, die die Stimmung der Investoren beflügelten. Zudem hatte an der Wall Street der Dow Jones am Vortag erneut im Plus geschlossen.

Paris/London (dpa-AFX) - Die europäischen Aktienmärkte haben sich am Mittwoch fest entwickelt. Händler verwiesen auf starke Konjunkturdaten aus China, die die Stimmung der Investoren beflügelten. Zudem hatte an der Wall Street der Dow Jones am Vortag erneut im Plus geschlossen. Gegen Mittag gewann der Eurostoxx 50 1,22 Prozent auf 2 891,16 Punkte. Für den Pariser CAC-40-Index ging es um 1,24 Prozent auf 3 832,67 Zähler nach oben. Der Ftse 100 in London stieg um 1,09 Prozent auf 5 287,77 Punkte. Marktbewegende Konjunkturdaten stehen nicht auf der Agenda. Dafür stehen zahlreiche Unternehmen insbesondere aus dem Finanzsektor mit Zahlen im Fokus.

"Die chinesischen Konjunkturdaten waren hilfreich und dies zusammen mit den zuletzt guten Unternehmenszahlen aus den USA treibt die Märkte an", sagte Bernard Mcalinden, Investmentstratege von NCB Stockbrokers. "Wir befinden uns nun in einem zyklischen Bullenmarkt." Die Daten von der Unternehmensfront und der Konjunktur seien schlichtweg zu gut, so dass eine Korrektur an den Märkten ausbleibe.

Anteilsscheine von Credit Agricole (CA) kletterten mit plus 5,69 Prozent auf 15,325 Euro an die Spitze im europäischen Leitindex. Die französische Bank schnitt im dritten Quartal nicht so schlecht ab wie von Experten befürchtet. Bankchef Georges Pauget teilte zudem mit, er wolle nach der Vorstellung des Zahlenwerks für 2009 am 1. März 2010 seinen Posten aufgeben. Er soll durch den CA-Manager Jean-Paul Chifflet ersetzt werden.

Auch ING verbuchten nach endgültigen Quartalszahlen mit plus 5,13 Prozent auf 10,04 Euro kräftige Kursgewinne. Der vom Staat gestützte und vor der Aufspaltung stehende niederländische Finanzkonzern kehrte im dritten Jahresviertel wieder in die Gewinnzone zurück. Dabei habe ING von der Erholung an den Finanzmärkten profitiert, sagte Präsident Jan Hommen. Zudem hätten hohe Zinseinnahmen und niedrigere Kosten zu dem Gewinn beigetragen, hieß es. ING hatte Ende Oktober bereits Eckdaten zum Quartal vorgelegt.

Die italienische Großbank Unicredit erlitt dagegen im dritten Quartal wegen hoher Belastungen aus dem Kreditgeschäft erneut einen Gewinnrückgang. Hauptgrund dafür war, dass die Bank mehr Geld für unsichere Kredite zurücklegen musste. Die Titel gewannen zwar 0,40 Prozent dazu, blieben aber hinter der Entwicklung des Gesamtmarktes.

An der Schweizer Börse verteuerten sich Swiss Life Holding nach Drittquartalszahlen um 5,57 Prozent auf 132,60 Franken. Anleger würden die Fortschritte honorieren, die der Lebensversicherer auf allen Ebenen gemacht habe, so Marktbeobachter. Analysten beurteilten die Zahlen positiv. Insbesondere die Entwicklung bei den Prämieneinnahmen und der Solvabilitätsrate habe die Erwartungen übertroffen. Im Schweizer Swiss-Market-Index (SMI) sprang der Titel auf den ersten Platz. Gleich dahinter folgten die Titel von Holcim mit einem Aufschlag von 5,10 Prozent auf 73,20 Franken. Der vom Zementhersteller ausgewiesene Gewinn übertraf die Markterwartungen teils erheblich. Die Firmenverantwortlichen gehen außerdem davon aus, dass das diesjährige Sparziel von 600 Mill. Franken übertroffen wird.

In London waren Sainsbury stark gefragt. Die Supermarktkette konnte mit ihrem Halbjahresgewinn die Anleger überzeugen. Zudem rechnet der Konzern mit einem starken Weihnachtsgeschäft. An der Börse wurde dies mit einem Aufschlag von 3,42 Prozent auf 338,25 Pence honoriert. Kräftig im Plus notierten zudem die Papiere von Goldminenbetreibern wie Fresnillo und Randgold Resource mit Aufschlägen zwischen fünf und sieben Prozent. Andere Minentitel landeten ebenfalls weit vorne im Ftse 100-Index.

Reed Elsevier rutschten dagegen mit minus 5,47 Prozent auf 458,00 Pence ans "Footsie"-Ende. Bei dem britisch-niederländischen Verlagskonzern nahm Vorstandschef Ian Smith nach nur acht Monaten seinen Hut. Sein Nachfolger werde der Elsevier-Chef Erik Engstrom, teilte die Gesellschaft. Reed Elsevier leidet weiter unter der weltweiten Rezession und der Schwäche des Anzeigengeschäfts. Der Trend des ersten Halbjahres habe auch in der zweiten Jahreshälfte angehalten, hieß es vom Unternehmen.

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