Aktienmärkte New York
Banken und Autobauer belasten US-Börsen

Und wieder geht die Angst um - die Finanzkrise will nicht enden. Gerüchte über eine bevorstehende Gewinnwarnung der US-Investmentbank Merrill Lynch die US-Börsen tief ins Minus gedrückt. Und dann ist da noch der Ölpreis.

HB NEW YORK. Gerüchte um eine bevorstehende Gewinnwarnung der US-Investmentbank Merrill Lynch und ein erneut steigender Ölpreis haben die US-Börsen am Freitag deutlich im Minus schließen lassen. Die Spekulationen um Merrill hätten den gesamten Finanzsektor in die Tiefe gezogen, sagten Händler.

Auch die Börsen in Europa gaben wegen der Gerüchte nach, die vor US-Handelsbeginn aufkamen und von Merrill nicht kommentiert wurden: In Frankfurt verlor der Dax binnen Minuten fast 100 Punkte und rutschte 1,5 Prozent ins Minus. Am Ende schloss er tiefrot mit einem Minus von 2,1 Prozent bei 6578 Punkten. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 1,8 Prozent schwächer mit 11.842 Punkten. Das Marktbarometer bewegte sich im Handelsverlauf zwischen 11.818 und 12.062 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500-Index gab 1,9 Prozent nach auf 1317 Zähler, der Index der Technologiebörse Nasdaq 2,3 Prozent auf 2406 Punkte. Im Wochenvergleich sank der Dow-Jones-Index 3,8 Prozent, der S&P-Index 3,1 Prozent und der Nasdaq-Index zwei Prozent.

Merrill-Aktien sackten 4,6 Prozent ab. Die Papiere anderer Geldhäuser wurden mit nach unten gezogen. So verloren Goldman 1,7 und Lehman rund ein Prozent. Zudem gaben die Aktien von Bank of America 3,7 Prozent nach. Merrill hatte eine Dividendenkürzung bei diesen Häusern vorhergesagt.

Citigroup verloren 4,3 Prozent. Der einflussreiche Bankenanalyst Richard Bove von Ladenburg Thalman hatte das Kursziel für die Papiere gesenkt und einen höheren Verlust für die größte US-Bank vorausgesagt. Citigroup hatte am Donnerstag weitere Abschreibungen nicht ausgeschlossen. „Wir hatten gehofft, dass das erste Quartal bei den schlechten Nachrichten aus dem Finanzsektor die Talsohle bilden würde“, sagte Jim Awad von W.P. Stewart & Co. Das habe sich leider nicht bestätigt. „Nun ist die Frage: Wird das zweite Quartal der Tiefpunkt? Oder wird die Entwicklung auf das dritte Quartal überschwappen?“

Die Aktien des Rüstungskonzerns Northrop Grumman verloren 2,3 Prozent. Der Partner des europäischen Luft- und Raumfahrtunternehmens EADS für den Bau von Tankflugzeugen für die US-Luftwaffe hat den Baubeginn für das geplante Tankflugzeug-Werk Alabama verschoben. Der Rechnungshof des US-Kongresses hatte sich am Mittwoch hinter einen Protest des Rivalen Boeing gegen die Vergabe des Auftrags im Volumen von 35 Milliarden Dollar an EADS/Northrop gestellt. Möglicherweise wird die Ausschreibung wiederholt.

Ford-Aktien verloren gut acht Prozent. Der zweitgrößte US-Autobauer nach GM geht davon aus, dass seine Geschäfte noch schlechter laufen als bislang ohnehin schon befürchtet. Im Juni sei der Autoabsatz nochmals gesunken, hieß es. Daher werde die Produktion gesenkt. Die Ergebnisse der Autosparte würden 2008 schlechter als 2007 ausfallen. GM-Papiere gaben knapp sieben Prozent nach.

Öl verteuerte sich um rund zwei Prozent auf knapp 135 Dollar und schürte damit Sorgen vor höheren Inflationsdaten. Zudem müssen die Bürger bei teurerem Öl mehr für Benzin zahlen und haben damit weniger Geld für andere Anschaffungen in der Tasche. An der New York Stock Exchange wechselten rund 2,04 Milliarden Aktien den Besitzer. 565 Werte legten zu, 2575 gaben nach und 58 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,57 Milliarden Aktien 774 im Plus, 2088 im Minus und 118 unverändert. An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 9/32 auf 97-20/32. Sie rentierten mit 4,170 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 16/32 auf 94-13/32 und hatten eine Rendite von 4,727 Prozent.

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