Aktuelle Verluste politisch motiviert
Nikkei schließt ein Prozent schwächer

Die am Montag anstehende Abstimmung über eine Privatisierung der japanischen Post hat auch am Freitag an der Börse in Tokio für Verunsicherung und Verkäufe gesorgt.

HB TOKIO. Viele Anleger hätten vor dieser Entscheidung nicht mit größeren Beständen ins Wochenende gehen, erklärten Marktbeobachter. Zwar seien die aktuellen Verluste politisch motiviert, dennoch sei der Tokioter Markt auch angesichts der negativen US-Vorgaben ohnehin reif für eine Korrektur gewesen, hieß es weiter. Der Nikkei-225 verlor 1% auf 11.766 Zähler, der Topix ermäßigte sich um 1,2% auf 1.189 Punkte. Der Umsatz belief sich nach ersten Angaben auf 1,630 (1,961) Mrd Aktien.

Dass das Minus im Verlauf größer geworden war, führten Marktteilnehmer auf Medienberichte zurück, wonach zwei prominente Mitglieder der Liberaldemokraten offenbar gegen die Postreform stimmen wollen. Beobachter verwiesen darauf, dass es in früheren ähnlichen Phasen politischer Verunsicherung an der Börse, im Nachhinein zu deutlichen Erholungen gekommen sei. Allerdings müsse aktuell berücksichtigt werden, dass der Nikkei zuletzt bereits deutlich zugelegt habe. Neben der politischen Unsicherheit habe auch die am Nachmittag in den USA anstehende Veröffentlichung der Arbeitsmarktdaten für Juli für Zurückhaltung gesorgt, hieß es weiter.

Aus technischer Sicht habe der Nikkei mit dem Tagesverlust den seit Mai geltenden Aufwärtstrend nach unten gebrochen. Dies spreche für weitere Einbußen, sollte das Reformvorhaben scheitern und mache bei einer erfolgreichen Abstimmung das Überwinden des Widerstands bei 12.000 Punkten schwerer, hieß es. Die Verkäufe hätten sich unterdessen quer durch fast alle Branchen gezogen, wobei vereinzelt Sektorrotationen zugunsten von Telekommunikations- und Verbraucherelektronik-Aktien zu beobachten gewesen seien. Im Automobilsektor verloren Toyota 1,6%, Nissan 2% und Honda 2,1% .

Furukawa Electric gaben ungeachtet einer am Vortag gemeldeten Verzehnfachung des Vorsteuergewinns 1,5% nach. Etwas belastet habe der langsam verlaufende Turnaround bei der US-Tochter Optical Fiber Solution, erklärten Marktbeobachter. Matsushita Electric büßten 1,1% ein. Die Analysten von Daiwa bezeichnen den Titel als die Nummer eins im Verbraucherelektronik-Sektor, halten aber vieles von der Gewinnerholung bei dem Unternehmen schon für in den Aktienkurs eingepreist. Die Aktie hatte im Wochenverlauf ein Vierjahreshoch erreicht.

Gegen die Tendenz gewannen Sumitomo Chemical 1,3%. Ein Analyst von CSFB hatte sich zuversichtlich für die langfristige Kursentwicklung geäußert und zur Begründung das zunehmende Geschäft des Unternehmen im Nahen Osten angeführt. Sumitomo hatte zudem am Vortag robuste Quartalszahlen gemeldet.

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