Amerikanische Aktien: Einsetzende Berichtssaison könnte US-Markt stützen

Amerikanische Aktien
Einsetzende Berichtssaison könnte US-Markt stützen

China, US-Notenbank, Rohöl: Eigentlich sprach seit Jahresende fast alles gegen ein Engagement am US-Aktienmarkt. Doch nun beginnt eine Phase, die in jüngerer Zeit immer eine der besten für Aktien war.

New YorkIm vergangenen Jahr erwies es sich für Investoren in amerikanische Aktien als besonders ertragreich, unmittelbar vor dem Beginn der Berichtssaison zu kaufen. Wer nun auf steigende Kurse setzt, ist stärker als in jedem der vergangenen Jahre darauf angewiesen, dass diese Wette auch diesmal aufgeht.

Von China bis zur US-Notenbank und zum Rohöl sprach seit Jahresanfang fast alles gegen ein Engagement am Aktienmarkt. Die Folge war über die ersten fünf Handelstage 2016 der schwächste Jahresauftakt aller Zeiten. Jetzt kommt eine Phase, die in jüngerer Zeit immer eine der besten für Aktien waren - der Zeitraum, in dem die im Standard & Poor’s 500 Index erfassten Werte, von Alcoa Inc. bis Wells Fargo & Co., ihre Ergebnisse für die Monate Oktober bis Dezember vorlegen.

Das liegt nicht an astronomischen Gewinnen: Da rechnen Analysten für amerikanische Unternehmen im Quartalsvergleich mit dem dritten Rückgang in Folge. Seit März sind die Schätzungen kontinuierlich gefallen. Aber Investoren, die versuchen, die Markterschütterungen im 7000 Meilen entfernten Schanghai zu deuten, dürften zumindest erleichtert sein, dass die US- Konjunktur nicht einbricht.

„Was die Leute zur Besinnung bringen wird, ist der Umstand, dass die wirtschaftliche Aktivität zwar nicht dynamisch ist, dass der Trend aber nicht nach unten geht,“ sagte Hank Herrmann, CEO von Waddell & Reed Financial Inc. in Overland Park, Kansas. „Ein Weg, der dahin führt, wären optimistische Äußerungen von Unternehmen in den Quartalsberichten zum Ausblick.“

Der Arbeitsmarktbericht vom Freitag zeigte, dass die Arbeitgeber in den USA vor den jüngsten Turbulenzen an den weltweiten Finanzmärkten optimistisch waren. Im Dezember entstanden 292.000 Arbeitsplätze, was die höchsten Prognosen aus einer Bloomberg-Umfrage übertraf. Das reichte allerdings nicht, um dem S&P 500 Auftrieb zu verleihen. Über die Woche gesehen gab der Index sechs Prozent nach.

Goldman Sachs Group Inc. gibt sich überzeugt, dass das Blutbad der vergangenen Woche, als 1,6 Billionen Dollar an Aktienkapital vernichtet wurden, den Boden für eine Gegenbewegung bereitet, die mit den Unternehmensergebnissen einsetzen könnte. Die Derivat-Strategen John Marshall und Katherine Fogertey rieten in einer Kurzstudie am Freitag zum Kauf von Optionen auf Aktien wie LinkedIn Corp., KeyCorp. und Reynolds American Inc. - Werte, die das Potenzial hätten, die Erwartungen der Wall Street zu übertreffen.

Der Bullenmarkt, der zwischen 2009 und jetzt die Werte amerikanischer Unternehmensanteile um 14 Billionen Dollar gesteigert hat, wurde vom Gewinnwachstum getrieben. Die Profite haben sich dank Ausgabensenkungen und niedriger Zinsen mehr als verdoppelt. Selbst als sie fielen - was seit Mitte 2015 der Fall war - stützten sie noch Bewertungen, die günstiger sind als in den Spitzenzeiten von sieben der acht letzten Bullenmärkte.

„Wenn die Konjunktur stärker wird und die Unternehmen sich verschlanken, ist die Aussicht auf höhere Gewinne vermutlich recht hoch,“ sagte Dan Veru, Chief Investment Officer bei Palisade Capital Management in Fort Lee, New Jersey. „Das gibt dem Markt etwas fundamentale Unterstützung.“

Die Gewinne verhinderten, dass Aktien nach dem Ausverkauf im August weiter fielen. Damals erlebten die Aktienmärkte erstmals seit der europäischen Schuldenkrise des Jahres 2011 eine Korrekturphase. Der S&P 500 beendete 2015 zwar mit einem Minus von 0,7 Prozent, doch eine Strategie, zum Höhepunkt der vier Berichtsperioden Aktien zu kaufen, hätte einen Ertrag von etwa elf Prozent gebracht, zeigen Daten, die FBN Securities Inc. in New York zusammengestellt hat.

Einer der Gründe für das gute Abschneiden von Aktien ist die Tendenz der Unternehmen, bei der Vorlage von Gewinnen die Erwartungen der Analysten zu schlagen. 2015 stieg der S&P 500 in den Monaten nachdem Alcoa seine Quartalsergebnisse veröffentlichte um durchschnittlich 2,3 Prozent. Das ist ungefähr das Vierfache des Ertrags, der sich für alle Berichtsperioden für die Jahre seit 1993 ergibt.

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