Analysten sprechen von Gewinnmitnahmen am Quartalsende
US-Börsen geben nach

Die jüngsten Konjunkturdaten waren durchwachsen, die neue Berichtsaison wirft ihre Schatten voraus und die Charttechnik verheißt nichts Gutes - da wurden die Investoren an der Wall Street am Freitag nervös und machten lieber Kasse.

HB NEW YORK. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verließ den Markt 0,33 % niedriger mit rund 9 313 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index gab 0,64 % auf etwa 996 Zähler nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq sackte um 1,38 % auf rund 1 792 Punkte ab. Mit dem Fall des S&P-Index unter die psychologisch wichtige Marke von 1 000 Punkten sind weitere Kursverluste wahrscheinlicher geworden, sagten Händler.

Vor Handelsbeginn hatte das US-Handelsministerium seine Schätzung für das Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal überraschend auf 3,3 (zweite Schätzung 3,1) Prozent nach oben revidiert. Analysten zufolge bestätigt dies Erwartungen einer Wachstumsbeschleunigung in den kommenden Monaten.

Dagegen enttäuschte das überraschend schwächere Vertrauen der amerikanischen Verbraucher in die künftige Konjunkturentwicklung ihres Landes die Investoren. Der von der Universität Michigan errechnete Index fiel auf 87,7 Punkte von 89,3 Punkten im August. Der Index gilt als wichtiges Konjunkturbarometer, das die Stimmung und das Kaufverhalten der US-Verbraucher im Voraus anzeigt. Die Konsumausgaben machen rund zwei Drittel der Wirtschaftsleistung der USA aus.

Börsianer gingen allerdings davon aus, dass die Investoren vor Ende des dritten Quartals weiter Gewinne aus dem Kursaufschwung der vergangenen sechs Monate mitnehmen wollen. Vor allem Verkäufe durch Geldmarktmanager, die Gewinne einstecken wollten, seien für die Verluste verantwortlich.

„Der Markt hat während der vergangenen sechs Monate beträchtliche Gewinne erzielt. Aber angesichts der Indizien dafür, dass die Erholung noch immer offenbar nicht alle Bereiche erfasst hat, fragen sich einige Investoren, ob der Aufschwung nicht zu schnell und zu weit gegangen ist“, sagte Stephen Massocca vom Haus Pacific Growth Equities. Taai Izushima von Daiwa Securities America fügte hinzu: „Die BIP-Zahlen sind ermutigend, aber das ist eine Art alter Nachricht. Der Markt hat sich deshalb nicht wirklich bewegt. Wir warten auf die Quartalsergebnisse.“

Umsatzspitzenreiter an der NYSE waren die Aktien des weltweit zweitgrößten Herstellers von Mobiltelefonen, Motorola. Die Titel verloren zeitweise mehr als 4,2 %, nachdem Kunden mitgeteilt hatten, wegen Lieferproblemen werde Motorola möglicherweise mit seinen neuen Kamera-Handys das Weihnachtsgeschäft verpassen. Die Aktien schlossen dann aber unverändert mit 12,53 Dollar.

Unterstützung erhielt der Dow dagegen vom Mischkonzern 3M. Die Papiere gewannen 1,3 % auf 143,45 Dollar, nachdem Banc of America Securities die Titel auf „kaufen“ von „neutral“ hochgestuft hatte.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,44 Mrd. Aktien den Besitzer. 1202 Werte legten zu, 2023 gaben nach und 185 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,83 Mrd. Aktien 814 im Plus, 2335 im Minus und vier unverändert.

An den US-Kreditmärkten gewannen die zehnjährigen Staatsanleihen im späten Handel 23/32 auf 102 Punkte, womit sich eine Rendite von 4,00 % ergab. Die 30-jährigen Bonds legten 23/32 auf 106-14/32 Zähler zu. Die Rendite stellte sich auf 4,942 %.

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