Angst vor Unruhen
Kurseinbruch in Saudi-Arabien verunsichert Anleger

Ein Übergreifen der Protestwelle auf Saudi-Arabien gilt an den Märkten als großes Risiko. Entsprechend nervös reagieren die Anleger auf Meldungen über die Festnahme eines Geistlichen. Die saudische Börse stürzt ab.
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FrankfurtDie Angst vor einem Übergreifen der Unruhen aus Nordafrika auf Saudi-Arabien hat am Dienstag die Anleger am saudiarabischen Aktienmarkt vergrault. Der Standardwerte-Index der Börse in Riad brach um 7,7 Prozent auf 5.484 Punkte ein und notierte damit so niedrig wie seit Sommer 2009 nicht mehr.

Der Index hatte zunächst noch im Plus gelegen, ehe Reuters berichtete, dass ein schiitischer Geistlicher festgesetzt wurde, der sich für eine konstitutionelle Monarchie eingesetzt hatte. Anleger fürchteten, dass im ölproduzierenden Osten des Landes, wo vor allem Schiiten leben, Unruhen ausbrechen könnten.

Händler in Saudi-Arabien sprachen von panischen Verkäufen. Auch in Frankfurt löste der Einbruch Verunsicherung aus. Der Dax gab einen Teil seiner Gewinne ab und lag am Mittag nur noch 0,2 Prozent im Plus bei knapp 7287 Punkten. „Krisenszenarien für Saudi-Arabien werden wieder durchgespielt“, sagte ein Händler in Frankfurt. Am Rentenmarkt drehte der Bund-Future leicht ins Plus.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Angst vor Unruhen: Kurseinbruch in Saudi-Arabien verunsichert Anleger"

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  • Wenn man weiß,dass ein großer Teil der saudischen Bevölkerung in Armut lebt, dann ahnt man, was auf die Welt zukommt. Es ist ein absuluter kollektiver Relitätsverlust eingetreten, wenn große Teile der hiesigen Bevölkerung annimmt, man könne auf Pump seinen jetzigen Lebenstandard weiter aufrecht erhalten.

  • Die Anleger sollten sich mal nicht "ins Hemd machen". Selbst wenn es auch dort mal einen Wechsel geben sollte, glauben denn die Anleger tatsächlich, dass eine Nachfolgeregierung kein Öl mehr fördern will? Jeder will Geld mit Öl verdienen und nicht darauf sitzen bleiben. Also schön locker bleiben. Das gilt auch für Libyen.

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