„Anleger bleiben auch einmal in Cash“
Börsianer hoffen auf Stabilisierung an europäischen Börsen

Hoffnungen auf eine Stabilisierung an den europäischen Aktienmärkten lassen sich am Freitag aus vorbörslichen Aussagen von Börsianern herauslesen. Zwar ging es mit den Notierungen in Tokio weiter nach unten, dafür konnten sich die chinesischen Börsen erholen.

HB FRANKFURT. Auch scheint sich der zuletzt die Märkte verunsichernde und belastende Aufwärtstrend des Yen etwas zu verlangsamen. Für den Verlauf schließen Händler eine Erholung daher nicht aus, da sich viele Anleger veranlasst sehen könnten, ihre Leerpositionen einzudecken, was einen so genannten Short-Squeeze auslösen könnte. Das werde allerdings auch von der Entwicklung an der Wall Street am Nachmittag abhängen.

Die Vorbörsenindikation sieht den Euro-Stoxx-50 bei 4.061 nach 4.031 Punkten am Vorabend. Chartanalysten sehen den Euro-Stoxx-50 kurzfristig seitwärts laufen. Der Korrekturspielraum reiche bis auf 3.885 bzw 3.830 Punkte.Vorsichtige Zurückhaltung weiter angebracht „In den vergangenen Tagen hat der Markt dafür bezahlt, dass wir ohne Konsolidierungen sehr gut gelaufen sind“, sagt ein Börsianer und weiter: „Jetzt überwiegt die Vorsicht und die Anleger bleiben auch einmal in Cash“.

Die für den Kursrückgang angeführten Begründungen wie der Einbruch der chinesischen Aktienmärkte, Warnungen des ehemaligen US-Notenbankpräsidenten Alan Greenspan oder der starke Yen seien wahllos austauschbar. Das hohe Volumen sei ein weiterer Beleg für die gestiegene Unsicherheit.

Am Nachmittag könnte der Michigan-Index der US-Verbraucherstimmung für neue Impulse sorgen.

Enel lässt nicht locker

Der Druck auf Eon dürfte laut Händlern am Freitag wieder zunehmen, nachdem Enel gemeldet hat, den Anteil an Endesa auf bis zu 24,9% erhöhen zu wollen. Zudem hat Enel beantragt, seine vollständigen Stimmrechte seines Anteils an Endesa auszuüben. Enel hatte sich am Donnerstag bereits den Zugriff auf weitere 7% der Endesa-Aktien gesichert, nachdem man am Dienstag bereits knapp 10% Anteilsscheine des spanischen Versorgers erworben hatte. Das alles erschwere die Übernahme von Endesa durch Eon weiter und dürfte den Kurs tendenziell belasten. Enel hatten am Vortag kursmäßig bei einem schwachen Gesamtmarkt deutlich nachgegeben.

EADS-Aktien weiter schwach erwartet Mit der Mitteilung über die Unterbrechung der Arbeiten an der Frachtversion des A380 sehen Händler EADS weiter unter Druck. „Die negativen Nachrichten reißen einfach nicht ab“, sagt ein Börsianer. Vor dem Hintergrund des anhaltenden Streits um den Sparplan bei Airbus dürfte auch der geplante Einstieg französischer Regionalpolitiker über die Staatsbank CDC sauer aufstoßen. „EADS ist und bleibt ein ungeliebtes Politikum“, so der Marktteilnehmer.

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