Anleger bleiben zurückhaltend
Wall Street schließt wenig verändert

Eine zweite Reduzierung der Gewinnprognose des Autokonzerns Ford in diesem Jahr hat am Mittwoch die Stimmung auf dem Börsenparkett an der Wall Street getrübt. Zudem hielten die anhaltend hohen Ölpreise die Furcht der Anleger vor Wachstumseinbußen wach.

HB NEW YORK. Die führenden US-Börsenindizes notierten wenig verändert: Der Dow Jones Index der Standardwerte pendelte im Geschäftsverlauf zwischen einem Hoch von 10 646 und einem Tief von 10 578 Zählern. Er verließ den Markt 0,11 % niedriger mit 10 588 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 legte dagegen 0,02 % auf 1214 Punkte zu. Der Index der Technologiebörse Nasdaq notierte 0,05 % höher mit 2092 Stellen.

"Die Öl-Vorratsdaten helfen dem Markt ein wenig. Der Spielraum nach oben ist aber begrenzt, weil die Ölpreise sich weiterhin nahe des oberen Endes der jüngsten Spanne bewegen", sagte Elliot Spar, Stratege bei Ryan Beck & Co. Wenn der Ölpreis bei rund 60 Dollar verharren sollte, werde das die Wirtschaft belasten und die Gewinnerwartungen für das zweite Halbjahr dürften nach unten revidiert werden. "Der Markt ist durch die Frage, wohin sich der Ölpreis bewegt, wie gelähmt", sagte Brian Williamson von The Boston Co. Asset Management. Der Zustand des Abwartens könnte bis zum Unabhängigkeits-Feiertag am 4. Juli anhalten, sagte er. Steve Neimeth von AIG SunAmerica Asset Management merkte an: "Die Anleger warten auf Signale für eine Stabilisierung der Wirtschaft vor einer erwarten Rally im Herbst".

Die Ölpreise in Europa und den USA fielen am Mittwoch, nachdem die Lagerbestände der USA in der vergangenen Woche etwas weniger stark als erwartet sanken. Dennoch mussten für ein Barrel (knapp 159 Liter) leichtes US-Öl immer noch gut 58 Dollar bezahlt werden. Zum Wochenbeginn hatte der Preis kurzfristig die Marke von 60 Dollar gestreift. Steigende Ölpreise wecken auf dem Börsenparkett regelmäßig Befürchtungen, dass die Verbraucher wegen der hohen Energiekosten ihre Ausgaben einschränken und die Gewinne der Unternehmen geschmälert werden.

Mit einer zweiten Reduzierung seiner Gewinnprognose für dieses Jahr hatte am Vortag nach Börsenschluss der zweitgrößte US-Autokonzern Ford die Investoren verschreckt. Der Markt quittierte die Nachricht mit einem Minus auf den Kurs der Ford-Aktie von rund 4,4 % auf 10,68 Dollar. Mit in den Strudel wurden die Papiere des ebenfalls mit Absatzverlusten kämpfenden weltgrößten Autokonzerns General Motors gerissen. Diese fielen mehr als drei Prozent auf 34,82 Dolar.

Dagegen hellten gute Quartalsergebnisse einiger Firmen die Stimmung auf dem Börsenparkett auf. So hatte der Technologiekonzern Jabil Circuit am Vorabend einen höheren Gewinn für sein drittes Quartal als erwartet vorgelegt und zudem den Ausblick nach oben geschraubt. Dies honorierte die Börse mit einem Kursplus von rund 10,5 % auf 31,42 Dollar. Andere Elektronikwerte zogen nach. Die Übernahme des Online-Brokers TD Waterhouse USA durch den Konkurrenten Ameritrade Holdings für 2,9 Mrd. Dollar in Aktien honorierte die Börse mit einem satten Plus von knapp 20,6 Prozent auf 17,87 Dollar.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,35 Mrd. Aktien den Besitzer. 1946 Werte legten zu, 1362 gaben nach und 156 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von rund 1,69 Mrd. Aktien 1593 im Plus, 1423 im Minus und 177 unverändert.

An den US-Kreditmärkten gewannen die zehnjährigen Staatsanleihen im späten Handel 27/32 auf 101-15/32 Punkte. Sie rentierten mit 3,948 %. Die 30-jährigen Bonds zogen im Kurs um 1-16/32 auf 117-19/32 Zähler an. Dabei ergab sich eine Rendite von 4,242 %.

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