Anleger haben Kasse gemacht
Dax fällt unter 4 900 Punkte

Unterstützt von positiv aufgenommenen VW-Quartalszahlen ist der Dax am Freitag zeitweise auf den höchsten Stand seit Mai 2002 geklettert. Danach drückten allerdings Gewinnmitnahmen den deutschen Leitindex nach zwölf positiven Handelstagen in Folge erstmals wieder im Minus.

HB FRANKFURT. Der Dax beendete den Xetra-Handel 0,1 % im Minus bei 4886,50 Punkten, nachdem er im Tagesverlauf zeitweise auf den höchsten Stand seit Mai 2002 geklettert war. Der MDax gewann 0,02 % auf 6703,59 Zähler. Der TecDax büßte 0,28 % auf 593,16 Punkte ein.

„Der Dax hat sich so gut entwickelt, da sind Gewinnmitnahmen vor dem Wochenende normal“, sagte ein Händler. Seit Beginn der aktuellen Rally vor gut zwei Wochen hat das Börsenbarometer mehr als fünf Prozent zugelegt. Eine Trendwende erwarteten Börsianer allerdings nicht. „Auch in der kommenden Woche dürften die Zeichen noch auf Plus stehen“, prognostizierte Aktienstratege Frank Schallenberger von der Landesbank Baden-Württemberg. Mit Rückschlägen rechnet er erst, wenn der Dax über 5000 Punkte gestiegen ist.

Mit einem Plus von 2,2 % auf 44,76 € setzte sich die VW-Aktie an der Spitze der Dax-Gewinner. „Das Sparprogramm entwickelt sich besser als erwartet“, sagte ein Händler mit Blick auf den unerwartet hohen Gewinnsprung bei VW.“ Nun spekulierten Anleger darauf, dass sich die Ertragsverbesserungen in den kommenden Quartalen fortsetzen werden. Auch Analyst Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler betonte diesen Aspekt: „Es wird noch immer unterschätzt, was für ein Sparpotenzial in VW steckt.“ Der von einer Korruptionsaffäre gebeutelte Autobauer hat sein operatives Ergebnis im zweiten Quartal um 75 % auf 911 Mill. € erhöht. Analysten hatten im Schnitt lediglich mit einem Anstieg auf 685 Mill. € gerechnet.

Parallel dazu bauten die Titel von Daimler-Chrysler ihre deutlichen Vortagesgewinne aus und verteuerten sich um 1,6 % auf 40,12 €. Angesichts des vorzeitigen Abgangs von Konzernchef Jürgen Schrempp, dessen Ankündigung der Daimler-Aktie am Donnerstag ein Plus von knapp neun Prozent beschert hatte, stuften mehrere Banken die Papiere des Stuttgarter Autobauers hoch. „Da sich die Aktie nun über der Marke von 40 € etabliert hat, ist noch Luft bis 44 € drin“, sagte ein Händler.

Auf der Verliererseite stand erneut Siemens. Die Papiere des Index-Schwergewichts verbilligten sich um 1,1 % auf 63,65 €. „Das sind die Nachwirkungen der enttäuschenden Quartalsergebnisse vom Vortag“, sagte ein Händler.

Im MDax gehörten die Aktien von Puma mit einem Minus von 2,8 % auf 206,70 € zu den größten Verlierern. Die Analysten von JP Morgan hatten ihre Gewinnschätzungen für den Sportartikel-Hersteller drastisch gesenkt. Die von Puma vorgestellten Expansionspläne dürften die Margen stärker als erwartet belasten, hieß es zur Begründung.

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