Anleger halten sich zurück
Wall Street dreht ins Plus

Die US-Aktienbörsen haben am Dienstag im Schlussgeschäft ins Plus gedreht und damit am fünften Geschäftstag in Folge mit Gewinnen geschlossen. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verließ den Markt 0,62 Prozent höher mit rund 9 654 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500-Index gewann 0,47 Prozent auf etwa 1 039 Zähler. Der technologielastige Nasdaq-Index rückte um 0,76 Prozent auf rund 1 907 Punkte vor.

HB NEW YORK. Für Kursausschläge hatten im Geschäftsverlauf abrupte Wechselkursbewegungen als Folge von Spekulationen über eine mögliche Marktintervention der japanischen Notenbank gesorgt. Im frühen Geschäft hatten die Börsenbarometer noch deutlich im Minus tendiert. Die Kurse zogen wieder an, nachdem sich der Dollar zur japanischen Währung von seinem Drei-Jahres-Tief von 109,36 Yen erholt hatte und wieder auf Kurse nahe 110 Yen gestiegen war. „Der Dollar wurde viel stärker mit allen Anzeichen einer Intervention“, sagte Tim Smalls von S.G. Cowen.

Die New Yorker Niederlassung der Bank von Japan wollte sich zu den Marktspekulationen nicht äußern. Auch die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt lehnte einen Kommentar ab. Japan hatte früher wiederholt am Devisenmarkt in großen Mengen Dollar gegen Yen gekauft, um den Kurs der US-Währung zu stärken. Das Land ist an einem eher schwachen Yen interessiert, weil davon die Geschäfte der exportorientierten japanischen Firmen profitieren. „Es entsteht ein Problem, wenn ausländische Vermögen abwandern und das (US-Leistungsbilanz-)Defizit ein noch größeres Problem wird“, begründete Peter Dunay vom Haus Wall Street Access die Verluste in Reaktion auf den schwachen Dollar.

In den vergangenen Tagen hatten Hoffnungen auf eine Erholung von Konjunktur und Unternehmensgewinnen, gestützt vom überraschenden Beschäftigungszuwachs in den USA im September den US-Aktienmärkten noch deutlich Auftrieb gegeben. Börsianern zufolge sind die Investoren aber inzwischen eher vorsichtig mit Aktienengagements, da die Kurse in den Keller rutschen könnten, wenn die Quartalszahlen der Unternehmen die Anleger-Erwartungen nicht erfüllen. „Das war ein wirklich schläfriger Nachmittag“, sagte Michael Murphy von Wachovia Securities. „Viele Leute werden die Gewinnzahlen beobachten und wir werden eine Menge Positionsbereinigungen erleben“, fügte er hinzu.

Den Auftakt zur Berichtssaison zum abgelaufenen Vierteljahr machte am Dienstag PepsiCo. Der nach Coca-Cola zweitgrößte US-Hersteller von Erfrischungs-Getränken gab für das vergangene Geschäftsquartal wie von Branchenexperten vorausgesagt einen Gewinnanstieg von 13 Prozent bekannt. Der PepsiCo-Kurs notierte gleichwohl zuletzt unverändert mit 47,50 Dollar. Coca-Cola gewannen 0,56 Prozent auf 44,66 Dollar. Nach Börsenschluss wollte als erster Dow-Wert der Aluminiumproduzent Alcoa seinen Geschäftsbericht vorlegen. Im Vorfeld lagen die Aktien 0,28 Prozent im Minus mit 28,19 Dollar.

Größte Kursgewinner unter den Dow-Werten waren die Aktien der weltgrößten Schnellrestaurantkette McDonald's, die nach einer besseren Einstufung durch die Investmentbank Smith Barney um 2,45 Prozent auf 24,72 Dollar vorrückten.

Umsatzspitzenreiter an der Nyse waren die Papiere des weltweit zweitgrößten Handyherstellers Motorola. Diese gewannen 4,15 Prozent auf 14,06 Dollar, nachdem das Unternehmen am Vortag angekündigt hatte, seine Halbleitersparte in eine eigene Gesellschaft ausgliedern.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,28 Milliarden Aktien den Besitzer. 1 951 Werte legten zu, 1 279 gaben nach und 190 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von rund 1,81 Milliarden Aktien 1 942 im Plus, 1 202 im Minus und 25 unverändert.

An den US-Kreditmärkten verloren die zehnjährigen Staatsanleihen im späten Handel 23/32 auf 99-28/32 Punkte. Sie rentierten mit 4,262 Prozent. Die 30-jährigen Bonds fielen um 1-9/32 auf 103-5/32 Zähler, womit sich eine Rendite von 5,157 Prozent ergab.

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