Anleger in Kauflaune
Bankaktien beflügeln die Athener Börse

Schnee und Minustemperaturen lassen die sonnenverwöhnten Griechen zurzeit frösteln, aber die Wertpapierbroker in der Athener Sophokles-Straße schwitzen. Grund: Die Anleger sind in Kauflaune. Mit einem Indexplus von 31,5 Prozent bot die Athener Börse 2005 die zweitbeste Performance in der Eurozone nach Wien. Und seit Jahresbeginn legte der ASE-Index erneut 9,4 Prozent zu. Diese Woche nahm er erstmals seit Oktober 2000 die psychologisch wichtige Hürde von 4 000 Punkten.

HB ATHEN.Nach den starken Kursgewinnen sei es zwar möglich, dass der Markt jetzt erst einmal pausiert, glaubt Ralph Luther, Griechenland-Fondsmanager bei der Berenberg Bank. Die weitere Entwicklung nach einer solchen „willkommenen Verschnaufpause“ sieht Luther aber positiv: „In der Bewertung liegt der griechische Markt etwa auf dem Niveau von Eurostoxx – aber er hat höheres Wachstumspotenzial.“ Die gute Performance des vergangenen Jahres ging vor allem auf das Engagement ausländischer Anleger zurück. Daran werde sich 2006 nichts ändern, meint der Berenberg-Experte.

Wachsendes Interesse ausländischer Investoren an griechischen Dividendenpapieren registriert auch Martin Herndobauer, Fondsmanager bei der Ersten Sparinvest in Wien: „Interessant ist die griechische Börse, weil man hier über einen entwickelten Markt in benachbarte Schwellenländer wie etwa Rumänien und Bulgarien investieren kann“, erklärt Herndobauer. Am besten spielen könne man diese Story über griechische Bankaktien, meint Herndobauer. Die großen griechischen Kreditinstitute wie National Bank, Alpha Bank und EFG Eurobank erwirtschaften bereits rund zehn Prozent ihrer Gewinne im Balkanraum. 2007 werden es bereits 20 Prozent sein, kalkuliert Jannis Pelivanidis, Vorstandsmitglied der National.

Zwar sind die meisten Finanztitel bereits 2005 gut gelaufen und mit einem KGV von knapp 20 hoch bewertet. Doch Analysten prognostizieren der Branche für dieses Jahr eine Gewinnsteigerung von 20 bis 30 Prozent. Dazu soll neben der Expansion im Balkanraum auch das Kreditwachstum im eigenen Land beitragen.

Noch summieren sich die griechischen Verbraucherkredite erst auf 36 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, gegenüber 57 Prozent im Durchschnitt der Eurozone. Für Kursphantasie sorgen auch die in diesem Jahr anstehenden Verkäufe staatlicher Aktienpakete der Emporiki Bank, der Landwirtschaftsbank und der Postsparkasse. ghö

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