Anleger verschreckt
Rekord-Ölpreis versetzt Wall Street herben Dämpfer

Ein Ölpreis von zeitweise 60 Dollar hat den US-Börsen am Donnerstag deutliche Verluste beschert. Verhaltene Quartalsprognosen großer US-Unternehmen sowie die jüngste Kritik des US-Notenbankchefs Alan Greenspan an den Strafzöllen auf chinesische Importe trübten die Stimmung auf dem Parkett zusätzlich.

HB NEW YORK. Ein Ölpreis von zeitweise 60 Dollar hat den US-Börsen am Donnerstag deutliche Verluste beschert. Verhaltene Quartalsprognosen großer US-Unternehmen sowie die jüngste Kritik des US-Notenbankchefs Alan Greenspan an den Strafzöllen auf chinesische Importe trübten die Stimmung auf dem Parkett zusätzlich.

Der Dow Jones Index der Standardwerte pendelte im Handelsverlauf zwischen einem Hoch von 10 589 und einem Tief von 10 419 Punkten. Er verließ den Handel 1,57 % schwächer bei 10 421 Zählern. Der breiter gefasste S&P 500 gab um 1,08 % auf 1200 Stellen nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq schloss 1,02 % im Minus bei 2070 Punkten.

Der Preis für ein Barrel (knapp 159 Liter) US-Leichtöl stieg wegen der anhaltend starken Nachfrage nach Treibstoff um fast zwei Dollar auf bis zu 60 Dollar und sank im späten Handel wieder auf 59,57 Dollar. Steigende Ölpreise wecken auf dem Börsenparkett regelmäßig Befürchtungen, dass die Verbraucher ihre Ausgaben einschränken und die Gewinne der Unternehmen schrumpfen. "Die höheren Ölpreise haben auf den Markt definitiv einen negativen Einfluss gehabt. Die Händler sind beunruhigt darüber, wie die Weltwirtschaft auf Ölpreise über 60 Dollar pro Barrel reagieren wird", sagte Analyst Phil Flynn von Alaron Trading Corp. in Chicago.

Auf Grund der hohen Energiekosten hatte der US-Post - und Frachtzusteller FedEx bereits seine Prognose für das laufende Quartal gesenkt und damit die Erwartungen der Analysten enttäuscht. Die Papiere gaben mehr als 8,3 % auf 80,77 Dollar nach. Auch der Aktienkurs des US-Schwermaschinenherstellers Caterpillar büßte rund 2,09 % auf 98,47 Dollar ein.

Vom Trend profitieren konnten erwartungsgemäß die Öl-Multis. Die Kurse wurden zusätzlich von Übernahmemeldungen getrieben, denenzufolge der staatliche chinesische Ölkonzern CNOOC das US-Unternehmen Unocal kaufen will, an dem auch US-Konkurrent Chevron Interesse hat. Unocal-Papiere legten um 0,25 % auf 65,02 Dollar zu. Übernahmen gelten Händlern zufolge als Zeichen dafür, dass die Papiere fair bewertet sind - ein Kaufanreiz.

Negativen Einfluss auf die Stimmung auf dem Börsenparkett hatten Greenspans Äußerungen, der die von der US-Regierung geplanten Einfuhrabgaben auf Produkte aus China als falsches Mittel zum Schutz des US-Arbeitsmarktes bezeichnete. "Handelskriege und-tarife sind nichts, was im Allgemeinen befürwortet wird. Und so lange das Thema ist, gibt es natürlich Bedenken", sagte John Hughes von Epiphany Equity Research.

Für etwas Auftrieb sorgten Microsoft-Aktien, die fast ein Prozent auf 25,31 Dollar zulegten. Sanford C. Bernstein hatte das Börsenschwergewicht zuvor hochgestuft. Verlierer war das zugleich niedriger bewertete deutsche Softwareunternehmen SAP, deren Titel an der Wall Street rund 1,6 % auf 42,74 Dollar nachgaben.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,57 Mrd. Aktien den Besitzer. 1049 Werte legten zu, 2249 gaben nach und 172 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,05 Mrd. Aktien 920 im Plus, 2156 im Minus und 130 unverändert. An den US-Kreditmärkten verloren die zehnjährigen Staatsanleihen im späten Handel 02/32 auf 101-12/32. Sie rentierten mit 3,953 %. Die 30-jährigen Bonds gaben 01/32 auf 117-15/32 nach und hatten eine Rendite von 4,249 %.

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