Arbeitsmarktdaten geben etwas Unterstützung
Intel-Zahlen drücken Wall Street ins Minus

Die Wall Street ist deutlich geschwächt aus dem Handel gegangen. Der schwache Intel-Ausblick vom Vorabend drückte die Stimmung. Während die Technologiewerte an der Nasdaq abstürzten, gaben positive Arbeitsmarktdaten dem Dow Unterstützung.

HB BERLIN. Die New Yorker Börsen haben die Handelswoche zum Teil mit kräftigen Kursabschlägen beendet. Die Standardwerte im Dow Jones lagen nach der Schlussglocke mit 10.260,20 Zählern 0,3 Prozent unter Vortagesschluss. Die Technologiewerte an der Nasdaq stürzten hingegen regelrecht ab. Der Index lag am Abend bei 1844,48 Zählern. Das ist ein Minus von 1,5 Prozent. Intel hatte am Donnerstag nachbörslich seine Prognosen für das dritte Quartal und für das Geschäftsjahr nach unten korrigiert. Die Anleger reagierten schockiert. Die gesenkte Umsatz- und Gewinnvorschau belastete vor allem die Technologiewerte an der Nasdaq. Arbeitsmarktdaten, die am Freitag vorgelegt wurden und etwas besser ausfielen als erwartet, gaben den Standardwerten hingegen etwas Rückenwind, so dass sich die Kursverluste in Grenzen hielten.

Der Ölpreis stieg am Freitag wieder leicht an: Der Barrel (159 Liter) Rohöl zur Oktoberlieferung kostete am Abend an der New Yorker Warenterminbörse Nymex 44,12 Dollar.

Intel brechen ein

Händler berichteten allerdings von sehr geringen Umsätzen. Die Intel-Zahlen seien nicht überraschend gewesen und die Arbeitsmarktdaten nicht so überragend. Angesichts dieser dünnen Nachrichtenlage fehle den Investoren die Orientierung. Am Montag bleiben die Börsen wegen des Labour Days geschlossen.

Gefragt waren am Freitag vor allem Konsumgüter- und Einzelhandelswerte. McDonald's positionierten sich an der Spitze der Gewinner mit einem Plus von 0,9 Prozent bei 27,76 Dollar. Wal-Mart, die zeitweise die Gewinner angeführt hatten, gaben einen Teil der Kursgewinne wieder ab. Die Papiere schlossen mit plus 0,4 Prozent bei 53,25 Dollar. Coca-Cola rückten 0,3 Prozent auf 45,49 Dollar vor. Exxon profitierten von leicht steigenden Ölpreisen und gingen mit plus 0,2 Prozent bei 47,06 Dollar aus dem Geschäft.

Auf der Verkaufsliste der Anleger standen Pfizer, nachdem der Pharmakonzern eine Einigung in Asbestklagen in Aussicht gestellt hatte. Deutlich nachgegeben haben im frühen Geschäft die Technologie- und Softwarewerte. Intel stürzten um 7,3 Prozent auf 20,05 Dollar ab. Microsoft verloren 1,8 Prozent auf 27,11 Dollar. Hewlett-Packard gaben 1,7 Prozent auf 17,70 Dollar ab. IBM setzten die Talfahrt der vergangenen Tage fort und verloren 0,2 Prozent auf 84,39 Dollar.

Deutliche Abschläge verbuchten auch die Technologietitel an der elektronischen Börse Nasdaq: Auch hier gaben Intel mit minus 7,3 Prozent und 20,05 Dollar kräftig ab. Konkurrent AMD litten ebenfalls unter den schwachen Intel-Zahlen und verloren 6,6 Prozent auf 10.90 Dollar. Google rutschten 1,5 Prozent auf 100,01 Dollar ab. Am Morgen war bekannt geworden, dass die Geico-Klage gegen Google und Yahoo wegen Verletzung von Markenrechten zugelassen wurde. Yahoo, die sich am Morgen noch dem Trend entzogen hatten, schlossen mit minus 1,3 Prozent bei 29,46 Dollar.

Arbeitsmarktdaten überraschend gut

Der US-Arbeitsmarkt hat sich im August besser als erwartet entwickelt. Die Arbeitslosenquote fiel von 5,5 Prozent im Juli auf 5,4 Prozent im August. Das teilte das Arbeitsministerium am Freitag in Washington mit. Experten hatten mit einer unveränderten Quote von 5,5 Prozent gerechnet. Die Zahl der neuen Jobs lag hingegen niedriger als erwartet: Außerhalb der Landwirtschaft entstanden 144.000 neue Stellen - Experten hatten auf 150.000 neue Jobs getippt. Für den Vormonat wurde allerdings die Zahl der neuen Stellen von 32.000 auf 73.000 nach oben revidiert.

Klage gegen Google und Yahoo zugelassen

Der US-Versicherer Geico darf die Internetsuchmaschine Google und den zu Yahoo gehörenden Konkurrenten Overture wegen angeblicher Verstöße gegen das Markenrecht verklagen. Wie der US-Branchendienst Cnet auf seiner Homepage berichtete, wurde die Klage bereits Ende August zugelassen. Geico sieht die Rechte an seinem geschützten Firmennamen verletzt, weil dieser in der Internetsuche bei Google und Yahoo eingegeben und mit Werbung verknüpft werden könne.

Intel senkt Prognose

Der Halbleiterhersteller Intel hat seine Umsatz- und Gewinnprognosen für das dritte Quartal und für das gesamte Geschäftsjahr 2004 nach unten korrigiert. Der Umsatz im dritten Quartal werde zwischen 8,3 und 8,6 Milliarden Dollar liegen, gab das Unternehmen am Donnerstag nachbörslich in Santa Clara im US-Bundesstaat Kalifornien bekannt. Die ursprüngliche Prognose sah Erlöse zwischen 8,6 und 9,2 Milliarden vor. Auch die Gewinnmarge werde niedriger als ursprünglich geplant ausfallen.

Pfizer will Einigung im Asbest-Streit

Der Pharmakonzern Pfizer und seine Tochter Quigley Comp. macht angeblich Fortschritte, sich mit in den Verhandlungen wegen der Herstellung von Asbest mit den Klägern zu einigen. Wie der Konzern am Freitag mitteilte, wird mit einem Schadenersatz-Volumen von 229 Millionen Millionen Dollar gerechnet.

ISM-Index für Dienstleister enttäuscht

Die Einkaufsmanager in Dienstleistungsunternehmen sind deutlich skeptischer hinsichtlich ihrer Geschäftserwartungen als erwartet. Der ISM-Index für Dienstleister sank im August auf 58,2 Punkte. Das gab das Institute for Supply Management am Freitag in Tempe im US-Bundesstaat Arizona bekannt. Experten hatten mit einem Stand von 62,2 Punkten gerechnet. Im Vormonat lag der Index noch bei 64,8 Punkten.

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