Asiatische Aktienmärkte
Japan treibt, China bremst

Die Aktienmärkte in Fernost haben sich zum Wochenauftakt uneinheitlich präsentiert. Während Schnäppchenjäger und ein schwächerer Yen der Tokioter Börse zu einem Plus verhalfen, ging es am Montag an den anderen Märkten in Asien überwiegend bergab.
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HB TOKIO/HONGKONG. Während es in Japan an der Börse heute aufwärts ging, bremsten Spekulationen über eine schärfere Geldpolitik in China die Anleger ebenso aus wie die Schuldenkrise in Irland. Der Nebel um die Zukunft des Euro-Sorgenkindes lichtete sich nur wenig, auch wenn die Dubliner Regierung EU-Hilfen nicht mehr ausschloss. In Australien trennten sich die Anleger von Anteilen des Bergbaukonzerns BHP Billiton, der nach monatelangem Gerangel das 39 Milliarden Dollar schwere Gebot für den Düngemittelriesen Potash aufgab.

In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 1,1 Prozent im Plus bei 9827 Zählern. Der breiter gefasste Topix-Index gewann 0,5 Prozent auf 851 Punkte. Die Börse in Korea trat auf der Stelle, während die Aktienmärkte in Singapur, Taiwan, Hongkong und Shanghai Abgaben verkraften mussten.

In Australien gaben BHP-Billiton-Papiere mit 0,4 Prozent stärker nach als der Gesamtmarkt. Das Unternehmen gibt seine Pläne zur feindlichen Übernahme des kanadischen Kali-Herstellers Potash auf. Stattdessen will BHP nun das 2007 ausgesetzte Aktienrückkaufprogramm wiederaufnehmen und nimmt dafür 4,2 Milliarden Dollar in die Hand.

In Tokio stützte einigen Händlern zufolge auch die überraschend positive Entwicklung der japanischen Wirtschaft die Börse. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs von Juli bis September um 0,9 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Doch die meisten Marktteilnehmer sagten, die japanische Wirtschaftsleistung habe den Handel kaum beeinflusst. „Das BIP war positiv, löste aber keine großen Zukäufe aus“, meinte Nagayuki Yamagishi von Mitsubishi UFJ Morgan Stanley Securities. Die Ungewissheit über den weiteren Konjunkturverlauf halte an.

Händler führten den Aufwärtstrend in Tokio dann auch eher darauf zurück, dass die Anleger bei den derzeit günstigen Kursen zuschlugen, als dass sie wieder dauerhaft mutiger am Markt agierten. Für Unsicherheit sorgten dieselben Faktoren, die die Anleger schon am Freitag unruhig gemacht hatten und an der Wall Street eine fünfwöchigen Gewinnphase zu Ende gehen ließen. „Nervosität wegen der Europa-Bonds und die Aussicht auf eine straffere Geldpolitik in China dämpfen den Appetit der Anleger“, sagte Mitul Kotecha von Credit Agricole in Hongkong.

Im Fokus standen Bankenwerte: Japans drittgrößtes Geldhaus Sumitomo Mitsui Financial Group blickt optimistischer auf das laufende Jahr. Die Papiere legten 0,4 Prozent zu. Unter Druck gerieten dagegen Werte aus der Rohstoffbranche wie Sumitomo Metal Mining, die 1,4 Prozent nachgaben. Am Freitag rutschten Rohstoffpreise unter dem Eindruck in die Tiefe, dass die chinesische Zentralbank die Zügel anzieht. Dieser Effekt war noch am Montag zu spüren.

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