Asiatische Börsen
Chinas Zinserhöhung drückt den Nikkei ins Minus

Eine unerwartete Leitzinserhöhung in China hat am Mittwoch auf den wichtigsten asiatischen Börsen für fallende Kurse gesorgt. Bei Investoren wuchs die Sorge, dass bei der chinesischen Notenbank eine Zeit strengerer Geldpolitik anbrechen könnte und die Konjunktur in der Volksrepublik und der Welt abkühlt. Außerdem lieferte die Wall Street keine guten Vorgaben für die asiatischen Händler.
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HB TOKIO/HONGKONG. In Tokio gab der Nikkei-Index heute 1,65 Prozent nach und schloss bei 9.382 Zählern. Deutliche Verluste gab es auch im breiter gefassten Topix-Index, der mit einem Minus von 1,2 Prozent bei 824 Punkten den Tag beendete. Geringer fielen die Verluste beim Hongkonger Hang Seng sowie in Singapur und Shanghai aus. Südkorea und Taiwan schlossen mit einem Plus.

"Chinas Zinsanhebung und der deutliche Fall der Wall Street waren die entscheidenden Faktoren, die einen ziemlichen Abwärtsdruck auf den Nikkei ausübten", sagte der Aktienexperte Nagayuki Yamagishi von Mitsubishi UFJ Morgan Securities.

Im Interesse der Anleger standen die Papiere von Toshiba, die im negativen Umfeld ein Plus von fast zwei Prozent verzeichneten. Nach einem Bericht der Zeitung "Nikkei" kann Toshiba wegen der großen Nachfrage nach Speicherchips und LCD-Schirmen für Smartphones die Erwartungen für den Quartalsgewinn übertreffen.

Der Dollar gab am Mittwoch in Asien wieder etwas nach, nachdem er gegenüber dem Euro auf ein Zwei-Monats-Hoch geklettert war. Die europäische Währung kostete 1,3778 Dollar.

Vor dem Hintergrund der Inflation und dem überhitzten Immobilienmarkt hatte die chinesische Zentralbank zum ersten Mal seit fast drei Jahren die Zinsen angehoben. Nach Einschätzung von Analysten sollte der Zinsschritt aber nicht überbewertet werden. Er werde das Wachstum in China und Asien nicht wesentlich beeinträchtigen, sagte Greg Gibbs von der RBS in Sydney. Einige Experten gehen sogar davon aus, dass die chinesische Wirtschaft längerfristig von den höheren Zinsen profitieren könnte. Auf den Rohstoffmärkten sorgte der Schritt der Notenbank für fallende Kurse: Gold, Öl und unedle Metalle waren billiger zu haben.

In New York hatte zuvor der Dow-Jones-Index der Standardwerte 1,5 Prozent tiefer auf 10.978 Punkten geschlossen und damit die psychologisch wichtigen Marke von 11.000 Stellen durchbrochen. Der breiter gefasste S&P-500 gab 1,6 Prozent auf 1.165 Zähler nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq fiel 1,8 Prozent auf 2.436 Punkte.

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