Asiatische Börsen
Märkte in Fernost liefern gute Vorgaben

Nach dem heftigen Kurseinbruch dominieren an den meisten asiatischen Börsen zu Wochenbeginn die Gewinner. Vor allem in Sydney und Hongkong legen die Indizes zu. In Schanghai und Taiwan setzte sich der Abwärtstrend hingegen fort.

HB DÜSSELDORF. Die asiatischen Börsen haben überwiegend positiv auf die internationalen Rettungsbemühungen für das Finanzsystem am Wochenende reagiert. Während die wichtigste Börse der Region in Tokio wegen eines Feiertages geschlossen blieb, legten die Kurse in Sydney, Singapur und Seoul teils kräftig zu. Auch an der bedeutenden Hongkonger Börse drehte der Hang Seng Index im späten Handel deutlich ins Plus und schloss 3,2 Prozent höher.

Vor allem Banken schnitten nach den angekündigten Kapitalspritzen der reichsten Länder überdurchschnittlich gut ab. National Australia Bank und ANZ legten in Sydney fast zehn Prozent zu. Die Regierung in Australien hatte am Sonntag nach allen anderen Industrieländern ebenfalls Garantien für Bankeinlagen abgegeben. "Es gibt viele Schnäppchen", sagte Analyst Craig James im australischen Rundfunk. "Wir dürften ziemlich an der Talsohle sein, und viele Aktien sind so billig wie seit einem Vierteljahrhundert nicht mehr."

Der australische Leitindex Australia's S&P/ASX 200 beendete den Handel vier Prozent im Plus bei 4 120 Punkten. In Singapur gewann der Straits-Times-Index zwei Prozent auf 1 987 Zähler.

Die G7-Finanzminister hatten bei der IWF - und Weltbanktagung am Wochenende beschlossen, wichtige Finanzinstitutionen vor dem Untergang zu bewahren, eingefrorene Kreditmärkte aufzutauen und staatliches Kapital für Banken in Aussicht gestellt. Der Krisengipfel der 15 Euro-Länder beschloss anschließend in Paris einen Schutzschirm für das gesamte Bankensystem.

Einige Börsianer wie David Kotok von der Firma Cumberland Advisors äußerten die Erwartung, dass der Aktienmarkt jetzt seinen Boden gefunden habe. Andere Experten waren hingegen weniger optimistisch und wiesen auf den Crash von 1987 hin. Damals stürzte der Aktienmarkt nach Zwischenphasen der Erholung immer wieder in ein neues Tief.

Der positive Trend zu Wochenbeginn erfasst in Asien allerdings nicht alle Börsen. Weiter abwärts ging es hingegen an der chinesischen Festlandbörse in Schanghai. Bis zum Mittag fiel der Aktienindex hier um gut drei Prozent, wobei vor allem die Papiere von Immobilien- und Rohstofffirmen unter Druck gerieten. Dabei trat die Erwägung in den Vordergrund, dass die Finanzkrise zu einer globalen Rezession führen könnte. Auch in Taiwan sank der Leitindex Taiex erstmals seit fünf Jahren unter die Marke von 5 000 Punkten.

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