Asiatische Märkte
BHP und Rio Tinto drücken die Börsenstimmung

Die Börse in Tokio hat im späten Handel ihre frühen Kursgewinne wieder abgegeben. Auf die Stimmung schlug asiatischen Investoren, dass die Bergbau-Konzerne Rio Tinto und BHP Billiton ein riesiges Joint-Venture abgeblasen haben. Außerdem wirken Gerüchte um die angebliuch kriselnde Firmenehe zwischen Ford und Mazda nach.
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HB TOKIO/HONGKONG. Die Aktien des Autoherstellers Mazda verloren heute in Tokio zeitweise mehr als drei Prozent, nachdem Medien am Wochenende berichtet hatten, der US-Konzern Ford wolle seinen Anteil an Mazda deutlich verringern. Sumitomo würde dann in der Rangfolge Ford als größten Sharaholder ablösen. Beide Unternehmen hatten das als Spekulation zurückgewiesen.

In Hongkong lag der Hang-Seng-Index derweil ein Prozent im Minus bei 23.518 Punkten, der größte Kursrückgang seit etwa einer Woche. Der MSCI Asia Pacific Index fiel heute um 0,7 Prozent auf 130,18 Punkte, nachdem er vergangene Woche noch das höchste Kursniveau seit Juli 2008 erreicht hatte.

BHP konzentriert sich nun auf Übernahme von Potash

Auf die Stimmung schlug den asiatischen Investoren, dass die australischen Bergbau-Konzerne Rio Tinto und BHP Billiton ein riesiges Joint-Venture abgeblasen haben. Beide Konzerne hätten sich 16 Monate lang bemüht, für die Vorteile des Gemeinschaftsunternehmens zu werben, erklärte Rio-Tinto-Chef Tom Albanese am Montag. Die Konzerne wollten ihre Eisenerzproduktion im Westen Australiens in einem Joint Venture bündeln, das ein Volumen von 116 Milliarden Dollar gehabt hätte. Dagegen aber wollten die EU-Wettbewerbshüter und das Bundeskartellamt vorgehen.

Rio Tinto und BHP, weltweit Nummer Zwei und Drei unter den Eisenerz-Konzernen, hatten sich von der Zusammenarbeit Einsparungen von mehr als zehn Milliarden Dollar versprochen. Allerdings seien die beiden Konzerne kürzlich davon unterrichtet worden, dass ihr Vorhaben nicht von den Wettbewerbshütern der EU, Australiens, Japans, Südkorea oder Deutschlands gebilligt worden wäre, teilten Rio Tinto und BHP gemeinsam mit.

Nun wird sich BHP darauf konzentrieren, den weltgrößten Düngerhersteller Potash für 39 Milliarden Dollar zu übernehmen, wogegen sich das kanadische Unternehmen allerdings heftig wehrt.

In Südkorea fiel der Kospi Index um 1,2 Prozent. Australiens S&P/ASX 200 Index gab ebenfalls ein Prozent nach, während in Wellington der neuseeländisch NZX 50 Index um 0,2 Prozent zulegte.

Der New Yorker Aktienmarkt hatte am Freitag uneinheitlich geschlossen. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss mit einem Minus von 0,3 Prozent bei 11.062 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 gewann dagegen 0,2 Prozent auf 1.176 Zähler. Angetrieben von starken Quartalszahlen des Internetriesen Google legte der Index der Technologiebörse Nasdaq sogar um 1,4 Prozent auf 2 468 Punkte zu.

Der Euro hat zum Wochenstart im fernöstlichen Devisenhandel nachgegeben. Die Gemeinschaftswährung kostete am Vormittag 1,3912 Dollar. Sie lag damit unter ihrem höchsten Wert seit acht Monaten, den sie am Freitag mit 1,4161 Dollar erreicht hatte. Zum Yen notierte der Euro bei 113,14 Yen. Der Dollar kostete 81,28 Yen. Der Schweizer Franken notierte bei rund 0,9596 Franken je Dollar und etwa 1,3356 Franken je Euro.

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