Asiatische Märkte
Börsen trotzen Zinserhöhung in China

Nach der Anhebung der Leitzinsen in China sind die Asien-Börsen uneinheitlich in die neue Woche gestartet. In Tokio ließen sich die Anleger von der strafferen Geldpolitik der Volksrepublik nicht aus der Ruhe bringen. Allerdings blieb der Handel zum Jahresende dünn.
  • 0

HB TOKIO/SHANGHAI/HONGKONG. In Shanghai reagierten die Börsenteilnehmer heute nach Wochen der Nervosität zunächst regelrecht erleichtert darauf, dass die chinesische Notenbank den seit langem erwarteten Schritt vollzog. Die Aussicht auf höhere Gewinne durch die gestiegenen Zinssätze ließ die Anleger vor allem bei Finanztiteln zugreifen. In Japan waren auch Immobilientitel gefragt.

In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 0,75 Prozent im Plus bei 10.355 Zählern. Der breiter gefasste Topix-Index gewann 0,3 Prozent auf 904 Punkte. Auch die Börsen in Singapur und Taiwan legten zu. Der Aktienmarkt in Shanghai startete fester, drehte im Verlauf aber ins Minus. Abschläge musste auch die Börse in Südkorea hinnehmen. Die Aktienmärkte in Hongkong und Australien blieben am Montag geschlossen.

Weil nicht an allen Märkten gehandelt wurde, gehen einige Experten von einer verzögerten Reaktion auf die Zinserhöhung in China aus. Zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen hatte die chinesische Notenbank am Samstag die Zinsen erhöht. Ministerpräsident Wen Jiabao bekräftigte am Sonntag zudem das Ziel seiner Regierung, die Preise unter Kontrolle zu bringen. Vorübergehend fielen daraufhin am Montag die Preise für Rohstoffe wie Öl und Edelmetalle, erholten sich später aber wieder.

Da angesichts der hohen Inflation in China weithin mit einer Straffung der Geldpolitik gerechnet wurde, nahmen die Börsianer am Montag den Zinsschritt im Reich der Mitte locker. „Die Marktteilnehmer wussten, dass die Zinserhöhung kommen würde und allgemein wird mit einer weiteren Straffung der Geldpolitik bis ins nächste Jahr gerechnet“, sagte Mitsushige Akino von Ichiyoshi Investment Management. „Deshalb hält sich die negative Reaktion in Grenzen.“ Dem Nikkei werde für 2011 ein kräftiges Plus prognostiziert, also griffen die Anleger bei noch unterbewerteten Titeln wie aus dem Immobilien- und dem Bankensektor zu.

Im Interesse der japanischen Anleger standen auch die Aktien von Hitachi and Canon. Nach einem Bericht der Wirtschaftszeitung „Nikkei“ will die taiwanische Hon Hai Precision Industry 100 Milliarden Yen (919 Millionen Euro) in ein Joint Venture der beiden Unternehmen investieren, das LCD-Bildschirme herstellt. Hitachi-Aktien lagen um 0,7 Prozent im Plus. Bei Canon waren es 0,9 Prozent.

Kommentare zu " Asiatische Märkte: Börsen trotzen Zinserhöhung in China"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%