Asiatische Märkte: Dollar stürzt ab – Bank-Aktien legen zu

Asiatische Märkte
Dollar stürzt ab – Bank-Aktien legen zu

Ein weiterer Anstieg des Yen und die bevorstehende Abstimmung über den Chefposten in der japanischen Regierungspartei haben am Dienstag die asiatischen Börsen beeinflusst. Die japanische Währung erklomm ein neues 15-Jahres-Hoch zum Dollar.
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HB TOKIO/HONGKONG. Der Dollar ist gegenüber dem japanischen Yen auf ein 15-Jahres-Tief gefallen. Am Dienstagmorgen wurde die US-Währung in Tokio unter 83,30 Yen gehandelt. Hintergrund waren Spekulationen, dass sich Ministerpräsident Naoto Kan bei der Abstimmung über den Parteivorsitz und damit auch über den Posten des Regierungschefs gegen seinen Herausforderer Ichiro Ozawa durchsetzen wird. Für diesen Fall hielten Händler eine einseitige japanische Intervention am Devisenmarkt gegen den Höhenflug des Yen für unwahrscheinlicher. Insgesamt zeigten sich die Anleger vor dem nach Börsenschluss erwarteten Ergebnis der Abstimmung allerdings zurückhaltend. Analysten machten für den teuren Yen auch die neuen internationalen Regeln für die Finanzmärkte verantwortlich, die am Sonntag vom Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht beschlossen wurden, sowie Zeichen für ein stärkeres Wachstum in China.

Der erneute Anstieg des Yen belastete auch die Börse in Japan. In Tokio verlor der Nikkei-Index der 225 führenden Werte 0,2 Prozent auf 9.300 Punkte. Der breiter gefasste Topix notierte mit leichten Verlusten bei 835 Zählern. Dagegen legten die Börsen in China, Hongkong und Taiwan leicht zu. In Singapur schloss die Börse leicht im Minus.

In Japan wurde mit einem knappen Ausgang bei der Abstimmung über die Führung der Demokratischen Partei gerechnet. „Während Meinungsumfragen Kan favorisieren, möchte die Mehrheit am Markt, dass Ozawa gewinnt“, sagte Analyst Kenichi Hirano von Tachibana Securities. Denn Ozawa sei der aggressivere Politiker, vor allem was seine Ansicht zu Devisenmarktinterventionen betreffe.

Die Aktien von Toyota, deren Erlöse zu 75 Prozent im Ausland erzielt werden, fielen um 1,1 Prozent. Fast Retailing, Japans größter Bekleidungshändler gab um 1,4 Prozent nach und East Japan Railway, der größte Schienenverkehrskonzern des Landes sank um 2,4 Prozent.

Nochmals zulegen konnten Bankenwerte, nachdem sie bereits am Vortag von der internationalen Einigung auf neue Kapitalvorschriften für Kreditinstitute profitiert hatten. Die Aktien des größten japanischen Geldhauses Mitsubishi UFJ stiegen um 0,7 Prozent. Die Papiere des Branchendritten SMFG gewannen 1,2 Prozent.

Der Dollar verlor wegen der politischen Unsicherheiten in Japan auf 83,34 Yen. Der Euro konnte seine kräftigen Vortagsgewinne halten. Die Gemeinschaftswährung notierte wenig verändert bei 1,2871 Dollar. Zum Yen lag der Euro etwas schwächer bei 107,38 Yen. Investoren hätten außerdem Dollars verkauft, um Risiken zu vermeiden, sagte Yuji Kameoka, leitender Währungsstratege im Forschungsinstitut Daiwa in Tokio.

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