Asiatischer Aktienhandel
Börse Schanghai verliert mehr als acht Prozent

Chinas Börsen sind am Montag mal wieder heftig eingebrochen. Am wichtigsten Handelsplatz Schanghai verlor der Leitindex mehr als acht Prozent. Analysten sahen als Grund eine beginnende Verkaufswelle unter den rund 50 Millionen chinesischen Kleinanlegern. „Die Investoren geraten in Panik“, so Zhang Xin, Analyst von Guotai Junan Securities in Peking.

PEKING/SCHANGHAI. Zuvor hatte der Schanghai Composite Index mit 330,3 Punkten den größten Tagesverlust seit 10 Jahren hinnehmen müssen. Der Leitindex schloss mit 3 670,40 Punkten. Noch vor einer Woche hatte er bei 4 300 Punkten gelegen. In den vergangenen vier Börsentagen hat die Börse Schanghai nach Medienberichten rund 350 Mrd. Dollar an Marktwert „verspielt“.

Ende Februar waren die Kurse in Schanghai schon einmal stark eingebrochen. Damals hatte Absturz auf der ganzen Welt Nervösität unter den Anlegern und in Folge einen globalen Kursrückgang ausgelöst. Diesmal blieben allerdings die asiatischen Börsen von dem Schanghai-Crash verschont, folgten sie nicht dem Abwärtstrend in China.

Insgesamt hatten sich Chinas Aktienkurse immer wieder von den Rückschlägen erholt, da momentan vor allem Kleinanleger in China an die Börse drängen und ihre Ersparnisse in Wertpapiere anlegen. Die Chinesen gelten als große Sparer, es mangelt aber an attraktiven Anlagemöglichkeiten. Vergangene Woche wurden erstmals 100 Millionen Aktiendepots in China gemeldet.

Die Regierung versucht seit Wochen, das Aktienfieber abzukühlen, will aber einen Absturz verhindern. Der neue Abschwung fiel jedoch deutlich stärker aus als die Verluste in der vergangenen Woche, nachdem die Regierung eine Aktiensteuer erhöht hatte. Anleger fürchten nun offenbar mit weiteren Schritten der Regierung zur Abkühlung der heiß laufenden Aktienmärkte.

Nach Medienberichten soll die Aufsicht inzwischen bereit sein, eine deutliche Kurskorrektur hinzunehmen. Unter anderem erwarten die Investoren nun die Einführung einer Kapitalertragssteuer.

Analysten warnen schon seit längerem vor der Spekulationsblase an Chinas Börsen. Einige Experten rechnen mit einer Korrektur von insgesamt 30 Prozent, was einem Leitindex von rund 3000 Punkten entspräche. Der Leitindex in Schanghai hat dieses Jahr um mehr als 60 Prozent zugelegt, nachdem er im vergangenen Jahr bereits um 130 Prozent gestiegen war.

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