Asiatischer Aktienhandel
Börse Tokio: Nikkei in der Nähe des 15-Monats-Tiefs

Sorgen vor den weiteren Auswirkungen der US-Hypothekenkrise auf die US-Konjunktur und des starken Yen auf die Ergebnisse der japanischen Unternehmen haben am Freitag an der Börse in Tokio für Verkäufe auf breiter Front gesorgt.

HB TOKIO. Belastet vom stärkeren Yen und Sorgen über die US-Wirtschaft hat der japanische Aktienmarkt am Freitag schwach geschlossen. Der Leitindex Nikkei 225 verlor 1,57 Prozent auf 15 154,61 Zähler. Für den breiter gefassten Topix ging es um 1,81 Prozent auf 1 471,67 Punkte nach unten. Händlern zufolge verzeichnete der Nikkei mit einem Minus von 9,5 Prozent in den ersten zwölf Handelstagen des Monats den schwächsten Monat seit September 2001. Gleichwohl habe er zumindest noch über dem 15-Monats-Tief auf Schlusskursbasis von 15 126 Punkten geschlossen. "Die Erfahrung lehrt uns, dass wenn eine derart starke Unterstützung (15 000) naht, der Markt beginnt, sich zu stabilisieren. In der kommenden Woche wird das womöglich aber nicht so sein und wir werden - je nachdem wie sich die Börsen in den USA entwickeln – weiter volatil handeln“, sagte ein Marktkenner.

Keinen Zweifel gebe es darüber, dass der Markt nun unterbewertet sei, aber dafür interessiere sich derzeit niemand. Im Fokus stehe mehr und mehr das Weihnachtsgeschäft und hier werde vielfach mit Enttäuschungen gerechnet.

Am Berichtstag hätten sich offenbar die Verkäufe von Hedgefonds fortgesetzt, hieß es an anderer Stelle. Zwischenzeitlich sei es bei einigen regionalen Bankenwerten zu einer kleinen Erholung gekommen, nachdem die Bank of Yokohama ein Gewinnwachstum berichtet hatte. Gleichwohl gehörten Finanzwerte insgesamt zu den Hauptverlierern vor dem Hintergrund der weiter schwelenden US-Subprime-Krise. Die Kurse von Brokerhäusern litten zusätzlich unter Berichten, dass temporäre Steuervergünstigungen auf Kapitalerträge nicht verlängert würden.

So büßten die Aktien der japanischen Bank Mizuho Financial rund 2,6 Prozent ein. Die Papiere von der National Australia Bank gaben 4,2 Prozent nach, die der südkoreanischen Shinhan Financial Group verloren knapp zwei Prozent. Ein erneuter Anstieg des Yen belastete zudem die japanischen Exportwerte. Die Aktien des Kameraherstellers Canon, des Elektronikriesen Sony und des Autobauers Toyota fielen alle mehr als ein Prozent. "Die Stimmung am Markt wandelt sich von Sorge zu Angst“, sagte Analyst Kim Joong Hyun von Goodmorning Shinhan Securities. "Auch zuletzt noch optimistische Anleger glauben offenbar allmählich, dass der Boom an der Börse vorerst vorüber sein könnte.“

Auch die Börsen in Südkorea, Taiwan, Singapur, Hongkong, Shanghai und Australien gaben deutlich nach.

Im fernöstlichen Devisenhandel notierte der Euro zum Dollar wenig verändert bei 1,4630 Dollar, ähnlich verhielt er sich mit 161,25 Yen zur japanischen Währung. Den Dollar hielt die Kreditkrise zum Yen unter Druck: Die US-Währung notierte bei 110,22 Yen. Die anhaltenden Probleme der US-Banken dämpften die Risikofreude, sagten Händler.

Die US-Börsen in New York hatten am Donnerstag schwächer geschlossen. Sorgen über weitere Auswirkungen der Kredit- und Hypothekenmarktkrise belasteten den Markt. Vor allem Finanztitel standen auch hier auf den Verkaufslisten.Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,91 Prozent im Minus bei 13 110 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 1,32 Prozent auf 1 451 Zähler. Der Technologie-Index Nasdaq sank um 0,98 Prozent auf 2 618 Stellen.

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